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 Zabergäu Spiegel

 Die regionale Online Zeitung Parteipolitisch und Kapital unabhängig

Weltbedrohung durch globalagierende Wirtschaftsgroßkriminelle mit Hilfe internationaler Banken und in ihren Dienste stehenden korrupten Politiker. Ausverkauf der Länder, soziale Zerstörung, Armut und Leid sind ihre Taten im Namen ihrer ungezügelter Habgier. Durch ihre Verantwortungslosigkeit vernichten sie die Lebensgrundlagen der Pflanzen, Tiere und des Menschen! Die Erde steht kurz vor der Zerstörung jeglichen Lebens!

Der Putsch der Finanzmärkte gegen die Demokratie

GregorGysi01

Die Demokratie gilt auf den Finanzmärkten als Störfaktor. Dem Putsch der Banker gegen demokratisch gewählte Regierungen muss das Primat der Politik über die Finanzmärkte entgegengestellt werden.

Seit einigen Wochen werden zwei Staaten der Eurozone von sogenannten Technokraten regiert, und niemand scheint sich darüber besonders aufzuregen. In Griechenland musste Ministerpräsident Papandreou einem Exbanker namens Papademos weichen, nur weil der gewählte Ministerpräsident es wagte, das griechische Volk über zusätzliche soziale Grausamkeiten abstimmen lassen zu wollen, die der EU-Gipfel im Oktober beschlossen hatte. Die sogenannten Märkte reagierten entsetzt, und die Verantwortlichen für die neuen unsozialen Spardiktate für Griechenland, Frau Merkel und Herr Sarkozy, übten derart massiven Druck auf Papandreou aus, dass dieser von seinem Amt zurücktrat. Nach dem konservativen Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher, erleben wir gerade »das Schauspiel einer Degeneration jener Werte und Überzeugungen, die einst in der Idee Europas verkörpert schienen«. Und er fragt fast schon verzweifelt, ob man nicht sehe, »dass wir jetzt Ratingagenturen, Analysten oder irgendwelchen Bankenverbänden die Bewertung demokratischer Prozesse überlassen«. Schirrmacher bringt es auf den Punkt. Aus der Sicht der Finanzmärkte ist die Demokratie genauso »Ramsch« wie schlecht bewertete Anleihen. Man kann es auch anders ausdrücken: Zum ersten Mal in der Geschichte des finanzgetriebenen Kapitalismus haben die sogenannten Märkte geputscht. Nicht mit Panzern kamen sie daher, sondern in Nadelstreifen. Wenn ein demokratisch gewählter Regierungschef das Volk über die sozialen Gräueltaten abstimmen lassen will, muss er weg, weil die »Märkte« es anders wollen. Und für den neuen Ministerpräsidenten gelten andere Kriterien für das Amt: nicht, ob er auf demokratischem Wege gewählt wurde, sondern ob er - so die Zeitungen der sogenannten Finanzindustrien - das »Vertrauen der Märkte« genieße. Und weil diese unblutige »Degeneration der Werte« so reibungslos klappte, wurde dieses Schauspiel gleich wiederholt. Italien geriet nach Griechenland unter schweren Beschuss der Finanzmärkte. Sie trieben die Zinsen für italienische Staatspapiere in die Höhe und trauten der Regierung Berlusconi nicht zu, ein ebenfalls hartes, unsoziales Sparpaket durchzusetzen. Auch er wurde weggeputscht, nicht durch Wahlen, sondern durch einen weiteren Exbanker, der das »Vertrauen der Märkte« genießt: von Herrn Monti, der wie sein griechischer Kollege einst in den Diensten der Chase Manhattan Bank stand. Dass die Regierungschefs in beiden Ländern, das ist eine weitere Gemeinsamkeit, bei den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr hoch im Kurs standen, stehtauf einem anderen Blatt und erleichterte die beiden Regierungsstürze. Wir sind gegenwärtig Zeugen, wie »moralische Übereinkünfte der Nachkriegszeit im Namen einer höheren, einer finanzökonomischen Vernunft zerstört werden«, warnt Frank Schirrmacher. Es ist dringend an der Zeit zu erkennen, dass die Djktatur der Finanzmärkte demokratisch verfasste Gesellschaften als störend betrachtet. Nicht nur aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen, sondern um die demokratischen Errungenschaften zu verteidigen, brauchen wir endlich ein Primat der Politik über die Finanzmärkte, die endlich reguliert werden müssen. Dazu benötigen wir allerdings eine Politik, die das auch will und nicht wie Union, FDP, SPD und Grüne willfährig reagiert.

DIE LINKE hat's erfunden

DietmarBartsch01

Finanztransaktionsteuer, Mindestlohn: Nicht nur in der Krise kopiert die politische Konkurrenz die Ideen der LINKEN. Doch zwischen Worten und Taten liegen oftmals Welten. Von DietmarBartsch

Kennen Sie die legendäre Ricola-Werbung? Drei nackte Männer genießen nach der Sauna die eidgenössischen Bonbons und rühmen diese als finnische Erfindung. Plötzlich bedrängt sie ein spackes Männchen: »Wer hat's erfunden?« Kleinlaut gestehen die Hünen ein: »Die Schweizer!« In der Politik gibt es keine Copyrights. Die politische Konkurrenz hat sich fleißig bei der LINKEN bedient. Mindestlohn und Finanztransaktionsteuer gehören heute ebenso ins Repertoire anderer Parteien wie die Forderungen nach einem Abzug aus Afghanistan oder einer höheren Besteuerung der Superreichen. Kaum jemand wäre vor wenigen Jahren darauf gekommen, die Bundesregierung erwäge ernsthaft Eingriffe in private Banken, gar deren Verstaatlichung. Die Reihe der Beispiele ließe sich fortsetzen, und eines wiederholte sich ständig: Als zuerst DIE LINKE die Themen aufbrachte, ließen Widerspruch und Ablehnung nicht auf sich warten. Diese wurden mal lauthals empört, mal süffisant belächelnd, mal herablassend onkelhaft vorgetragen. DIE LINKEN Spinner eben mit ihren wirklichkeitsfremden Vorstellungen. Manche nennen das Ideenklau. Das sehe ich anders. Wir wollen die Gesellschaft verändern, nicht bloß recht behalten. Unsere Vorschläge finden breiten Widerhall, aus der Opposition hat DIE LINKE Debatten mitbestimmt und ein Stück weit Politik und Realität verändert. Es ist doch genugtuend, wenn viele Menschen - und eben auch viele Parteien - aufgreifen, was wir angestoßen haben. Und trotzdem liegen zwischen Worten und Taten nicht selten Welten. Die Sozialdemokratie und die Grünen müssen noch in der Praxis nachweisen, ob sie sich tatsächlich von der unsozialen Agenda-Politik abwenden, die sie losgetreten haben. Die gegenwärtige schwarz-gelbe Koalition brauchte Monate, sich über Almosen für Hartz-IV-Beziehende zu einigen, eine milliardenschwere Bankenrettung wuppte sie binnen Stunden. Entgegen allem Wortgeprassel in Sonntagsreden sterben am Hindukusch weiter Zivilisten wie auch deutsche Soldaten und solche aus anderen Ländern. Bei Millionärsteuer, Finanztransaktionsteuer, Mindestlohn, Abzug aus Afghanistan und vielen anderen Themen gilt: Es wird viel geredet, aber es tut sich nichts. Sorgen, uns könnten die Themen ausgehen, gehören deshalb ins Reich der Fantasie. An sogenannten Alleinstellungsmerkmalen mangelt es gerade angesichts der Finanzmarktkrise nicht, und richtig ist, dass wir an unsere Politik für soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, für Frieden und Gewaltfreiheit, für Emanzipation keine Luft lassen. Zugleich brauchen wir ein offenes Klima, müssen uns als lernfähig erweisen und das auch anderen zugestehen. Wenn wir ko-operations- und bündnisfähig sind, können wir Vernünftiges bei Wettbewerbern unterstützen und Eigenes auch umsetzen. Dann können wir - ganz unter uns - schon mal sagen: DIE LINKE hat's erfunden!

Atomkraft? Nie wieder.

Atomfass01

Trotz Atomausstieg: Noch nie wurde ein Castor-Transport so lange aufgehalten wie in diesem Jahr. Einheimische Bauern und Bürgerinitiativen, Aktivistinnen aus ganz Deutschland und Europa, die Kirche und DIE LINKE vertrauen nicht auf die Atompolitik der Bundesregierung und protestierten massenhaft.

Der Bauernaufstand

Donnerstag, 18.30 Uhr. Vor der heißen Phase präsentieren Bauern ihre schwergewichtigen Argumente: Traktoren, Erntemaschinen und Strohanhänger. Das ist die berüchtigte »Landmaschinenschau« in Metzingen, Einstimmung zum Widerstand der Bauern. Im Dorf sind etwa 2000 Menschen auf dem Weg zu Rolly's TruckerSTOP, wo die Schau beginnt. Und dabei kann es schon mal - ausgerechnet auf der Bundesstraße - zu einem kleinen Stau kommen, der sich dann auch nicht mehr auflösen will. Doch die Polizei ist für die Blockade gerüstet. »Ich fordere Sie auf, einen Versammlungsleiter zu benennen, der sich vor dem Wasserwerfer einfinden soll«, tönt es aus einem großen Polizeiwagen. Die Menge lacht - und lacht dann nicht mehr, als der erste Regenguss auf sie niedergeht. Trotzdem dauert es noch eine Stunde bis zur Räumung. In den folgenden Tagen werden die Bauern auf ihre Weise kreativ. Ein Hänger verliert seine Ladung. Einige Tonnen Feldsteine blockieren die Zufahrtstraße für die Polizei. Südlich von Dannenberg hat plötzlich eine Wanderdüne die Straße erobert. »Das muss der Klimawandel sein«, meint ein Landwirt in bester Laune, als die Polizei den Sandhaufen inspiziert.

Demokratie direkt

Freitag, fünf vor 12. Die Fraktion DIE LINKE des niedersächsischen Landtags diskutiert in öffentlicher Sitzung über Atomkraft. Nicht in Hannover, sondern auf Holzbänken im nassen Gras, wenige Meter von der Castor-Bahnstrecke entfernt. Das Grundstück an der Dannenberger Bahnhofstraße gehört Kurt Herzog, Wendländer Urgestein des Widerstands und Landtagsabgeordneter der LINKEN. Kurt beginnt die öffentliche Fraktionssitzung. Solange der Atomausstieg nicht im Grundgesetz verankert sei, könne die Regierung den Beschluss-jeder-zeit zurückdrehen, mahnt er. Deswegen sei der Widerstand so wichtig. Auch einige der vielen Gäste melden sich zu Wort. Kerstin Rudek, Sprecherin der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg schildert ihren Lebensalltag. Sie wohnt in einem Nachbardorf von Gorleben. Ihre Tochter ist an Krebs erkrankt. Bei den Neugeborenen des Wendlands ist der Anteil der Mädchen 19,5 Prozent niedriger als in Restdeutschland, erzählt die sechsfache Mutter. Für die Region ist der Atommüll eine ständige Bedrohung, für Deutschland eine Skandalgeschichte politischer Willkür.

Die Nachrichten vom Freien Radio Wendland

Samstag, 16 Uhr. 24 Freiwillige machen im Wendland Radio, 24 Stunden rund um die Uhr. Karsten ist einer von Ihnen. Seit drei Jahren wird er jeden Herbst zum Moderator im Wendländer Widerstandsradio. Auf der Esso-Wiese in Dannenberg steht er zwischen drei hölzernen Bauwagen. Das ist das Radiostudio, der pulsierende Informa-tÄnsmittelpunkt der Region. Ständig klingelt in der Redaktion das Telefon. Aktivistinnen und Aktivisten rufen aus den Wäldern und von der Schiene an, um Informationen durchzugeben. »Eine Sitzblockade hat sich eben bei Harlingen gebildet. Die Polizei hat noch nicht zugemacht«, schallt es über den Äther. Überall im Wendland stehen Menschen wie gebannt vor Radios und Live-Tickern und verfolgen das Geschehen. Wo ist der Castor? Wo formiert sich Widerstand? »Gestern Nacht haben wir eine E-Mail bekommen aus Brasilien«, freut sich Karsten. Nach einer kurzen Vep schnaufpause macht er sich wieder an die Arbeit. »Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist«, schallt die Band Die Ärzte aus dem Wagen. »Es war nur deine Schuld, wenn sie so bleibt!«

Parlamentarische Nachtschicht

Sonntag, 3.14 Uhr. Nach drei Stunden Schlaf steht Ralph Lenkert wieder auf. Die Nachtschicht des Dannenberger Büros der LINKEN hat den Bundestagsabgeordneten aus Jena alarmiert. Im Wald bei Hitzacker beginnt die Räumung der Gleisblockade. Immer wieder zeigt Ralph Lenkert seinen Bundestagsausweis, um als parlamentarischer Beobachter durch die Polizeisperren zu kommen. Vor Ort ein skurriles Bild: Auf einer Wiese bilden Mannschaftswagen einen großen Kreis, das sogenannte Ge-fangenensammellager, erleuchtet von mobilen Gaslaternen. Die ersten Blockierer treffen ein, mit Rucksack und Stirnlampe, abgeführt von jeweils zwei Polizisten. Ralph Lenkert spricht den Einsatzleiter an und ermahnt ihn, die Gefangenen fair zu behandeln. Weiter geht's zum Bahndamm. Auch hier zeigt sich, dass die Polizei ziviler vorgeht, wenn sie unter Beobachtung steht. Uniformierte aus Rheinland-Pfalz wollen eine junge Frau mit einem Schmerzgriff zum Aufstehen zwingen. Ralph Lenkert protestiert, und die Polizisten mäßigen sich sofort. Bei Tagesanbruch ist das Lager mit 1400 Gefangenen gefüllt. Jens Petermann, Richterund ebenfalls Abgeordneter der LINKEN aus Thüringen, erwirkt, dass das Landgericht Dannenberg die »weitere Fortdauer der Ingewahrsamnahme [...] für unzulässig erklärt«. Die letzten Gefangenen werden um 15.30 Uhr freigelassen, ohne dass sie ihre Personalien angeben müssen.

Die Widerstandsgemeinde

Sonntag, 14 Uhr. Im Geriebener Wald steht ein großes Kreuz aus Holz. Davor hat sich eine Gruppe versammelt, ausgerüstet mit Wollmützen und Anti-AKW-Sonnen, vertieft ins Gebet. Heute ist nicht nur Tag der Atomproteste, es ist auch der erste Advent. »Stellt euch vor, Gott wäre heute unter uns, als Protestierender«, spricht der Pastor Stefan El Karsheh zu der Protest-Gemeinde. »Würde er überhaupt zu uns finden, bei den Polizeikontrollen und Absperrungen?« Hinter dem Pastor steht groß und bedrohlich der Förderturm des Erkundungsbergwerks. 73 Millionen werden jährlich für den Ausbau des Salzstocks ausgegeben, nur 3,5 Millionen für die Erkundung anderer Endlagerstandorte. Für die Menschen in der Region fühlt es sich an, als hätten Politik und Atomkonzerne die Sache schon längst beschlossen. Aber sie geben nicht auf: Seit 1989 findet jeden Sonntag um 14 Uhr ein Gottesdienst an den Geriebener Kreuzen statt. »Wir beten für alle, die sich heute auf die Straße setzen, um den Castor zu blockieren, und wünschen ihnen viel Kreativität und Durchhaltevermögen«, predigt Stefans Frau Nadia. Die Gemeinde stimmt ein: »Herr, erbarme dich.«

Unwetterwarnung

Ein paar hundert Meter entfernt sitzen Nina und Martin auf der Straße, in der Sitzblockade von X-tausendmal quer. Nina lebt in Bonn. Martin wohnt in Bremen. Bei den letzten Castor-Protesten haben sie sich ineinander verliebt. Eine blaue Plane schützt das Paar vor dem Regen, der in Schauern auf die Blockade herabregnet. Das Wetter wird immer schlechter. Ab Windstärke sieben können die Atom-Behälter nicht vom Zug auf einen Lkw verladen werden. Bei diesen Windstärken werde es »zunehmend schwieriger«, die rund sechs Meter langen und an die 120 Tonnen schweren Behälter »präzise zu handhaben«, heißt es in einer Erklärung der Betreibergesellschaft. Im Wald wird es derweil weihnachtlich. Ein Wendländer Bläserchor stimmt »Stille Nacht, heilige Nacht« an und die Demonstranten summen mit. »Wir müssen uns weiter vorne hinsetzen«, sagt Nina, »da räumt die Polizei freundlicher, weil die Presse filmt.« Am Straßenrand werden Dixie-Klos verladen und Suppe wird gekocht. Die Nacht kann lang werden.

Ende im Gelände

Montag, 22 Uhr. Der 13. Castor-Transport erreicht nach 126 Stunden Fahrtzeit schließlich doch sein Ziel. Trotzdem haben die Atomkraftgegner einen Grund zum Feiern: Es ist der langsamste Castor-Transport der Geschichte. »Der Castor-Transport ist am Ende. Wir noch lange nicht«, erklärt Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Die vielfältigen Störaktionen, Blockaden und die riesige Großdemonstration machen deutlich: Das Thema Atomkraft bleibt auf der Tagesordnung. May Naomi Blank und Hans Thie

Energiewende sozial gestalten

"Das ist der Gipfel der Ungerechtigkeit", kritisiert Caren Lay die Pläne der Regierung, industrielle Stromkunden um eine Milliardensumme zu entlasten und die Kosten den Privatverbrauchern aufzubürden. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE fordert eine staatliche Preisaufsicht, um Strompreise wirksam und verbrauchergerecht zu regulieren. Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kommt Karin Binder, Verbraucherpolitikerin der Fraktion DIE LINKE, bei der Bewertung der Energiewende-Tagung "EnBW: Vom Atomstromer zum Windmüller?", die am Wochenende in Karlsruhe stattfand: "Die Energiewende darf nicht zu Lasten der EnBW-Belegschaft und der Stromkunden gehen." Auch Eva Bulling-Schröter fordert eine Preispolitik, die auch die Wattfresser zur Kasse bittet. Die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE hält die von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler angestoßene Debatte zur Deckelung der Solarförderung für reine Lobbyarbeit für die energieintensive Industrie, die schon jetzt horrende Extragewinne einfährt, anstatt einen Beitrag zur Energiewende zu leisten: "Die Energiewende wird so für die Grundstoffindustrie immer mehr zur Gelddruckmaschine."

NEONAZIS: Verdacht bleibt!

Noch überwiegt die Geheimniskrämerei einzelner Bundesländer wie Hessen, Thüringen, Sachsen und auch Baden-Württemberg. Wer benützte wen? Der Verfassungsschutz selbst gerät immer mehr in Verdacht aktiv an der Unterstützung der rechtsradikalen Mördertruppe aktiv gewesen zu sein. Ein möglicher Hinweis der Verstrickung ist immer noch der Skandal um das Verbot von Antinazi-Symbolen. Die Unterstützer dieses Skandales befinden sich immer noch in Amt und Würde. Dies in den entsprechenden Staatsorganisationen wie Verfassungsschutz, Politik und in Richterämter. Hier ist zu vermuten, dass der meiste Aufklärungswiderstand geleistet wird. Dies bedeutet auch, dass mehrere Amtsträger sich der aktiven Unterstützung dieser Mördertruppe schuldig gemacht haben, zumindest aber liegt hier deren krimineller Duldung vor! Nichts ist aufgeklärt und der Sumpf der Verstrickung ist wesentlich tiefer als sich der einzelne wohl vorstellen vermag!

wh

Va Banque

Nach dem deutschen Durchmarsch beim EU-Krisengipfel Ende letzter Woche kündigen sich erste Widersprüche gegenüber der Berliner “Fiskalunion” an. In Brüssel wird darauf verwiesen, dass Nebenabreden zum Gemeinschaftsrecht faktisch nicht wirksam seien. Mehrere Regierungschefs und der aussichtsreiche französische Präsidentschaftskandidat Hollande kündigen grundsätzliche Einwände gegen das geplante Vertragswerk an. Zudem steht die Gemeinschaftswährung weiterhin vor dem Zusammenbruch: Die Zinssätze etwa des verschuldeten Italien steigen weiterhin an und drohen das Land trotz Notstandsregime in den Abgrund zu reißen, sollte nicht Hilfe durch Eurobonds oder durch Anleihenaufkäufe der EZB geleistet werden.

http://nt2.3sinus.com/srv1/l.cfm?id=lkitarittakrypz

OECD-Bericht belegt soziale Ungerechtigkeit

"Die soziale Kluft in Deutschland wird immer extremer, und diese Entwicklung wird von der Bundesregierung nicht nur toleriert, sondern sogar aktiv gefördert", so die Leiterin des Arbeitskreises Arbeit, Gesundheit und Soziales der Fraktion DIE LINKE, Diana Golze, mit Blick auf die Veröffentlichung des aktuellen OECD-Einkommens-Berichts. Dieser bestätigt, was der Volksmund seit langem sagt: "Arm wird ärmer und reich wird reicher." So hatten die obersten 10 Prozent der Einkommensbezieher im Jahr 2008 rund achtmal soviel Einkommen wie die unteren 10 Prozent. In den 90er Jahren lag das Verhältnis noch bei sechs zu eins.

Sparen, bis der Abschwung kommt

Dieser EU-Gipfel markiert eine Zäsur: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in der Eurozone komplett durchgesetzt - und ist doch total gescheitert. Denn noch während das Brüsseler Treffen lief, schössen die Zinsen für Italien in die Höhe. Für die Investoren ist also klar, dass die Eurokrise weiter eskaliert. Die Finanzmärkte mögen zwar oft irrational sein, doch diesmal liegen die Investoren genau richtig. Angela Merkel schaufelt am Grab der Eurozone. Mit der ganzen ökonomischen Macht, die Deutschland verkörpert, hat sie nun durchgesetzt, dass europaweit eine rigide Schuldenbremse gilt. Das ist einfach Wahnsinn. Denn die Eurozone befindet sich bereits in einer Rezession, und auch in Deutschland schrumpft die Wirtschaft. Wenn jetzt auch noch europaweit gespart wird, dann verstärkt sich der Abschwungungebremst. Am Ende sind die Defizite größer, nicht kleiner. Genau davor haben die Investoren Angst. Zu Recht. Am Sparfuror der Angela Merkel ist zudem seltsam, dass sie die Ursache der Finanz- und Eurokrise verkennt. Es waren doch nicht die angeblich verschwenderischen Staaten, die „über ihre Verhältnisse" gelebt haben. Statt-dessen handelt es sich vor allem um eine Bankenkrise. Hemmungslos wurdenfaule Kredite ausgereicht - ob an arme Häuslebauer in den USA, an Immobilienspekulanten in Spanien oder anleichtsinnige Kreditinstitute in Irland. Erst als dieses Schneeballsystem kollabierte,

Schuld an der Eurokrise sind nicht angeblich verschwenderische Staaten, sondern Banken

explodierten die Staatsschulden. Aber offenbar denkt Merkel nicht systemisch, sondern phänomenologisch: Für sie liegt das Problem dort, wo es sichtbar wird. Immerhin, einen Trost gibt es: Wahrscheinlich siegt am Ende nicht Angela Merkel - sondern die Vernunft. Wobei noch nicht einmal auszuschließen ist, dass die Kanzlerin eine ihrer berühmten Kehrtwen-den vollzieht. Sobald ihr auffällt, dass sich auch Deutschland in eine Rezession sparen müsste, dürfte sie sich dafür entscheiden, doch lieber die nächste Bundestagswahl zu gewinnen. Die Schuldenbremse wird in einem Aktenordner vermodern. Jedenfalls als rigides Sparprogramm. Es gäbe natürlich noch eine Variante, die Kanzlerin Merkel nie erwähnt: Man könnte die Steuern für die Reichen erhöhen. Das würde auch den Staatshaushalt sanieren.

taz vom 10.12.2011

„0“ Mitleid mit Ackermann!

Die selbst ernannten Leistungsträger der Geldinstitute glänzten bisher nicht mit Mitleid mit den von ihnen in die Armut getriebenen europäischen Bevölkerung. Ackermann steht für ein gesellschaftliche Schmarotzertum, die mit Genuss und Unbarmherzigkeit Menschen in die Verzweiflung, ja sogar indirekt in den Tod treiben. Soziale Sicherungen werden mutwillig durch deren politische Erpressung zerschlagen. Politiker wie Merkel verkommen zu Statisten und Handlanger einer hochkriminellen Gilde, die durch ihre Habgier auch bereit ist, die ganze Welt zu zerstören! Selbst wenn man jegliche Art der Gewalt verabscheut, tut man sich äußerst schwer, bedauernde Gefühle für solch Hochkriminelle zu entwickeln! Wer Kriminelles tut, muss den Ausgleich der „Natur“ akzeptieren … durch seine Handlungen selbst zum Opfer zu werden! Bedauerlich …  dass man aus der Vergangenheit nichts lernt … keinen Glauben in sich trägt …. sich der Versuchung auf dem Ölberg nicht widersetzt … das Böse in sich trägt ohne Gewissen und Verantwortung! Deshalb „0“ Mitleid mit Ackermann und seiner kriminellen Gilde!

Damit kein Missverständnis aufkommt: Beides ist zu verurteilen! Weder sind die Taten der Ackermänner und deren politischen Lakaien wie Merkel und Co akzeptabel noch sind Bombenanschläge oder andere Art der Tötung tolerierbar!

wh

MaschmeyerOriginal

Politiker ohne Rückrad, ohne Moral, ohne Anstand! Der Drahtzieher: Maschmeyer!

Maschmeyer

Funktioniert der Deutsche Rechtsstaat noch? Das land wird ausgeplündert. Politiker hetzen gegen die Älteren (Mißfelder) unserer Gesellschaft. Das Grundgesetz wird durch einzelne Politiker (CDU) mit einem Spruch wie :”Lassen sie mich mit so einem Scheiß”) in Frage gestellt. In diesem Milieu tummeln sich Großkriminelle der Wirtschaft wie Maschmeyer und erkaufen sich das Wohlwollen Deutscher Politiker. Das letzte Opfer: Bundespräsident  WULFF! Abhängig und gekauft. Der Schutz Maschmeyers gegen seine Verhaftung und schon längst fällige Verurteilung reicht bis in die oberen politische Kreise. Der Rechtsstaat ausgehebelt durch einen Schwerverbrecher der Wirtschaft! Bei fast jedem Skandal taucht der unselige Name Maschmeyer auf! Um es CHRISTLICH auszudrücken: DER TEUFEL IN PERSON!

Besser nicht die Wahrheit

LOBBYISMUS Von Schröder bis Wulff: Garsten Maschmeyer zählt viele niedersächsische Politiker zu seinen Freunden. Für seinen Firianzvertrieb AWD hat sich das ausgezahlt

Eins muss man Garsten Maschmeyer lassen.- Der langjährige Chef des umstrittenen Finanzdienstleisters AWD hat offenbar eine gute Intuition, wer es in der Politik zu etwas bringen wird. Mit dem späteren Kanzler Gerhard Schröder freundete er sich an, als dieser noch Ministerpräsident in Niedersachsen war. Seine Freundschaft zur heutigen Bun-desarbeitsministerin und zwischenzeitigen Aspirantin für das Bundespräsidentenamt, Ursula von der Leyen, die ebenfalls aus Hannover stammt, begann Maschmeyer zufolge schon im gemeinsamen Medizinstudium. Und auch mit dem aktuellen Bundespräsidenten Christian Wulff ist er eng befreundet, wie beide gern betonen. Diese Freundschaft hatte Wulff schon kurz nach Beginn seiner Amtszeit als Bundespräsident in Bedrängnis gebracht. Damals wurde bekannt, dass er in Maschmeyers 2O-Millionen-Eu-ro-Villa auf Mallorca seinen Familienurlaub verbrachte. Obwohl er dafür bezahlte, stellte sich die Frage, ob so viel Nähe zu einem Unternehmer für einen Bundespräsidenten angemessen ist. Am Dienstag wurde nun eine neue heikle Verbindung der beiden bekannt: Die Bild-Zeitung berichtete, dass Maschmeyer während des niedersächsischen Landtagswahlkampfs im Herbst 2007 eine Anzeigenkampagne für ein Interview-Buch bezahlt hat, in dem Christian Wulff seiri privates und politisches Leben schildert. Mehr als 42.000 Euro aus seinem Privatvermögen habe er dafür genutzt, das Buchcover mit einem Foto Wulffs und dem heute wie eine Ironie des Schicksals anmutenden Titel „Besser die Wahrheit" drucken zu lassen. Weil die Anzeigen ausschließlich in niedersächsischen Regionalzeitungen erschienen, ist ein Bezug zum Wahlkampf offensichtlich. Renate Künast, die Fraktionsvorsitzende 'der Grünen, kritisierte die Anzeigenkampagne am Dienstag denn auch mit deutlichen Worten. „Das riecht doch sehr nach einer trickreichen Umgehung des Parteispendenrechts" sagte sie. Ein ähnlicher Vorwurf war gegen Maschmeyer schon 1998 erhoben worden. Damals hatte er den Landtagswahlkampf von Gerhard Schröder mit anonymen Großanzeigen („Der nächste Kanzler muß ein Niedersachse sein") im Wert von 650.000 Mark unterstützt. Zu den Kritikern dieser Aktion gehörte laut Bild damals der bei der Landtagswahl unterlegene CDU-Kandidat - ein gewisser Christian Wulff. Zu seinen eigenen Maschmeyer-Anzeigen äußert er sich heute nicht persönlich. Über seinen Anwalt ließ Wulff lediglich mitteilen, er habe von den Zahlungen nichts gewusst. Maschmeyer bestätigte, er habe mit seinem Freund Wulff über die Finanzierung der Anzeigen „nicht gesprochen" Dennoch verstärkt das fragwürdige Anzeigengeschäft den Druck auf den Bundespräsidenten, der wegen seines günstigen Privatkredits von einem befreundeten Unternehmerehepaar, den er auf Nachfrage nicht erwähnt hatte, ums politische Überleben kämpft. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Dienstag zwar erneut, der Präsident genieße das „volle Vertrauen" der Kanzlerin; zu den neuen Vorwürfen nahm er auch auf Nachfrage aber nicht Stellung. Am Nachmittag sollte sich der Ältestenrat des niedersächsischen Landtags mit den Vorwürfen beschäftigen und klären, ob dabei gegen geltendes Recht verstoßen wurde. Die Sitzung dauerte bei Redaktionsschluss noch an.

65O-Millionen-Vermögen

Gefährlich könnte die Finanzierung durch Maschmeyer für Wulff, unabhängig von der rechtlichen Bewertung, vor allem deshalb werden, weil es in diesem Fall deutliche Hinweise auf politische Gegenleistungen gibt. Eine Anfrage der Linksfraktion im Niedersächsischen Landtag hatte im Sommer ergeben, dass sich Wulff als Ministerpräsident mindestens zwölfmal mit Maschmeyer getroffen hat. Als Gesprächsthema findet sich in seinem Terminkalender unter anderem der Punkt „Optimierung Riester-Rente" - der staatlich subventionierten Privatrente, deren Vertrieb zum Kerngeschäft von Maschmeyers AWD gehört. Eingeführt wurde die Riester-Rente unter Maschmeyers anderem Freund Gerhard Schröder, beworben wird sie unter anderem durch den Namensgeber Walter Riester, der gegen Honorar regelmäßig auf AWD-Veranstaltungen als Redner auftrat und sich mit Mitarbeitern vor dem Firmenlogo fotografieren ließ. Auch Wulff posiert gern mit seinem erfolgreichen Freund für die Kameras, und bei einer Feier zum 2O-jährigen AWD-Bestehen trat Wulff als Redner auf. Aus Sicht von Ariane Lauenburg, Redakteurin bei der Zeitschrift Finanztest, haben solche Auftritte und die dabei entstehenden gemeinsamen Bilder für die Firma einen unschätzbaren Wert. „Wenn Herr Maschmeyer mit Herrn Wulff auf einem Foto erscheint, glauben Anleger automatisch, dass ein solcher Mann seriös ist und dass sie mit seinen Geldanlageprodukten nichts falsch machen können" sagte sie der taz. Dabei war das Gegenteil der Fall: Zehntausende Kleinanleger fühlen sich von der AWD geprellt. Durch kreditfinanzierte Schrottimmobilien und riskante Anlagen in geschlossenen Fonds haben sie hohe Verluste gemacht oder ihre Altersvorsorge komplett verloren. Für Maschmeyer hingegen hat sich das Geschäft gelohnt: Der von ihm groß gemachte AWD machte 2007 bei einem Umsatz von 717 Millionen Euro rund 83 Millionen Euro Gewinn. Maschmeyer verkaufte seine Anteile 2008 an den Finanzkonzern Swiss Life. Sein Privatvermögen wird auf 650 Millionen Euro geschätzt. Berichte über seine Praktiken, etwa die ARD-Dokumentation „Der Drückerkönig und die Politik" versuchte Maschmeyer mit juristischen Mitteln und massiver Einschüchterung zu verhindern - allerdings weitgehend erfolglos.

taz vom21.12.2011

Eine neue Spur führt in den Westen

Die Politik hat sämtliche Skandale hingenommen

UlrichMaurer

Tatort Deutschland! Täter Neonazis. Ulrich Maurer zur dubiosen Rolle des Inlandsgeheimdienstes und über das Versagen der Politik

Was ist Ihr aktueller Informationsstanc zur Verstrickung des Inlandsgeheimdienstes namens Verfassungsschutz?

Als Abgeordneter des Deutschen Bundestags ist man auf dieselben Informationsquellen angewiesen wie jeder andere. In der Fragestunde am 30. November stellten die Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE etliche Fragen zurZwickauer Terrorzelle und dem Inlandsgeheimdienst, die vom Parlamentarischen Staatssekretär allesamt mit der Aussage beantwortet wurden, es handelte sich um Informationen, die dem Parlamentarischen Kontrollgremium oblägen. Genau deshalb ist es so wicht/g, dass ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss unter den Auge, der Öffentlichkeit alle Informationen zu den Aktionen der Terrorzelle und des Inlandsgeheimdienstes offenlegt.

Wo sehen Sie die zentralen Verfehlungen des Inlandsgeheimdienstes?

Ein Geheimdienst, der selbst festlegen kann, was er an seine einzige Kontrollinstanz, das Parlamentarische Kontrollgremium, berichtet, ist unkontrollierbar undmuss abgeschafft werden. Anstelle dessen sollte der Bundestag eine öffentliche Beobachtungsstelle einrichten, die

ihn regelmäßig unterrichtet. Für strafrelevante Ermittlungen reicht die Polizei vollkommen aus.

Welche Verantwortung trägt denn eigentlich die Politik?

Die herrschende Politik hat sämtliche Skandale hingenommen, in die der Inlandsgeheimdienst verwickelt war, ohne daraus auch nur eine Konsequenz zu ziehen. Anstatt unseren Anträgen zur Auflösung des Inlandsgeheimdienstes zuzustimmen, begnügen sich einzelne Abgeordnete damit, sich darüber zu beschweren, dass man nicht genügend Informationen erhielte. Das ist Hohn gegenüber der Eigenverantwortung.

Wie fühlen Sie sich als Linker, wenn Ihnen jahrelang gesagt wird, Sie und Ihre Partei müssten überwacht werden, und ganz nebenbei treiben über Jahre hinweg rechte Terroristen ihr Unwesen - offensichtlich gedeckt durch die Behörden?

Persönlich bin ich nicht nur als Linker, sondern auch als Demokrat maßlos betroffen, wenn ich erfahren muss, dass in der Bundesrepublik Deutschland über Jahre hinweg Menschen organisiert von Nazis ermordet werden. Da spielt die Überwachung der LINKEN für mich erst mal eine untergeordnete Rolle. Um auch den zweiten Teil der Frage zu beantworten. Etliche Bundesländerhaben die Überwachung der LINKEN eingestellt oder überwachen nur noch einzelne Strukturen der Partei, weil sie erkannt haben, dass es sich bei der Überwachung der LINKEN um eine politisch inszenierte Farce handelt. Wenn Parlamente allerdings einen Inlandsgeheimdienst akzeptieren, von dem man nicht mehr weiß, ob er den Rechtsterrorismus unterwandert oder der Rechtsterrorismus ihn, wird es noch lange dauern, bis die Überwachung der LINKEN bundesweit eingestellt ist.

Ulrich Maurer ist stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE

NiONAZlS Ein Zeuge berichtet den Ermittlern über Verbindungen des Zwickauer Terrortrios in den Westen

BERLIN taz/dpa / Die Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle sollen auch im Westen Unterstützer gehabt haben. Möglicherweise gab es gar logistische Verstrickungen zwischen dem Trio und dem organisierten westdeutschen Rechtsradikalismus. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung liegen neue Zeugenaussagen eines Rechtsradikalen vor. Er soll gegenüber den Ermittlungsbehörden ausgesagt haben, in einem Fall gemeinsam mit Gleichgesinnten aus dem Westen Örtlichkeiten für einen Mord ausspioniert zu haben. Bevor das Anschlagsziel festgelegt worden sei, sei er jedoch abgesprungen. Kurz darauf sei ein türkischer Kleinunternehmer von den Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erschossen worden. Wie das Blatt berichtet, war das Zwickauer Trio der Zeugenaussage zufolge bei der gewaltbereiten rechtsextremistischen Szene im Westen bekannt. Dort habe man gewusst, dass Böhnhardt und Mundlos hinter den Morden an acht türkischen und einem griechischen Kleinunternehmer steckten. „Möglicherweise wurden die auch als Helden gefeiert", so der Ermittler. Der Mann, dessen Identität von den Behörden geschützt werde, könne selbst nicht mehr wegen Unterstützung der Terroristen strafrechtlich belangt werden. Laut einem Ermittler sei seine Tat inzwischen „verjährt" Der Zeuge habe nur über den Zeitraum gesprochen, der für ihn strafrechtlich ohne Konsequenzen bleibe, in seinem Fall beträgt die Verjährungsfrist zehn fahre. Der Mann sei bislang der einzige Rechtsradikale, der sich im Zuge der in der vergangenen Woche ausgelösten Öffentlichkeitsfahndung bei den Behörden gemeldet habe. Den Ermittlern zufolge haben die 1998 untergetauchten Terroristen Kameraden mit Geld gesponsert. Das Geld stammte aus mindestens vierzehn Banküberfällen. In den Jahren von 1999 bis 2011 sollen die Terroristen insgesamt 600.000 Euro erbeutet haben. Nach Feststellungen der Fahnder gab es insbesondere zwischen der militanten Szene in Franken und Neonazis in Thüringen enge Verbindungen. Das Blatt zitiert einen nicht näher bezeichneten Fahnder mit den Worten, man ermittle „jetzt verstärkt in diese Richtung"

taz vom 10.12.2011

Afghanistan-Abzug: Nicht reden, sondern Handeln

Die Regierung versucht den Eindruck zu erwecken, der Truppenrückzug stünde unmittelbar bevor. Dagegen verdeutlichte Christine Buchholz im Bundestag, dass der Abzug keiner sei und kritisierte die Regierung dafür, dass sie sich immer noch nicht um die Opfer der Bundeswehr in Kundus kümmere. Wolfgang Gehrcke mahnte nicht nur über den Abzug zu reden, sondern ihn jetzt politisch umzusetzen. "Mein Wunsch wäre: Feiert Weihnachten daheim!" Mit diesem Satz beendete Stefan Liebich den Antrag der LINKEN, mit der sie die Rückholung der Soldaten aus Afghanistan fordert.

Rente erst ab 67 ist Sozialpolitik mit dem Hackebeil!

In wenigen Tagen, ab dem 1. Januar 2012, beginnt die Umsetzung der Rente erst ab 67. DIE LINKE war von Anfang an dagegen. Die Anhebung des Renteneintrittsalters ist faktisch ein Rentenkürzungsprogramm, denn kaum jemand arbeitet so lange, sozialversicherungspflichtige Arbeit jenseits der 60 ist Mangelware. Auf diese und andere Argumente gegen die Rente erst ab 67 gingen der Vorsitzende der LINKEN, Klaus Ernst, und der rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, MatthiasᅠW. Birkwald, in der vergangenen Woche im Parlament noch einmal ein. Die Mehrheit von CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen hat zudem am vergangenen Donnerstag gegen den Antrag gestimmt, in dem DIE LINKE eine Aussetzung der Rente erst ab 67 fordert. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung findet sich hier.

Ist das Volk systemrelevant?

In Deutschlands Ausbeutergesellschaft ist die Demokratie nur noch Fassade für die Diktatur des Kapitals. Die Finanzoligarchen haben ein staatskapitalistisches Herrschaftssystem errichtet und die Sklavenordnung eingeführt. Demokratische Rechte und Freiheiten sind beseitigt, unterdrückt werden die Armen und es herrscht ein Regierungssystem des Banditentums. Mittels des Staates üben Banken, Industrie und Handel ihre Macht aus. Wohlfeil sitzen die Opportunisten in den Parlamenten. Politik für die Bürger ist gar nicht ihr Ziel, sonder kapitalfreundliche und bevölkerungsfeindliche Politik haben sie sich auf die Fahne geschrieben. Diese politische Verwahrlosung ist Resultat der machtmotivierten Beliebigkeit der herrschenden Klasse. Die Geringschätzung des Volkes und die Ausblendung der Armut in diesem Land führen dazu, dass die Finanzmagnaten zum Frontalangriff blasen. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, darauf vertrauen die Menschen in unserem Rechtsstaat. Doch wie sieht die Praxis aus?

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Rente: Mehrheit sagt weiter Nein zu Rente ab 67

Eine vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Auftrag gegebene Umfrage macht deutlich: die Mehrheit der Menschen ist weiterhin gegen die Rente ab 67. Mehr noch: 79 Prozent der Befragten wollen auf eine minimale Senkung des Rentenbeitrags um gut sechs Euro für Durchschnittsverdienende verzichten, wenn stattdessen Altersarmut sinnvoll bekämpft und dazu zum Beispiel die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre zurückgenommen wird. "Es gibt nur eine vernünftige Schlussfolgerung aus dieser Umfrage: Die Regierung muss die Rente erst ab 67 sofort zurücknehmen", forderte Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der LINKEN im Bundestag. Der DGB hat vor diesem Hintergrund eine neue Online-Kampagne "6 oder 67?" gegen die Rente ab 67 gestartet, die hier unterstützt werden kann. IG Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban erläutert in einem Interview die Hintergrnde der Aktion

18. November: Konferenz und Kundgebung zur Euro-Krise in Frankfurt

Der Unmut über den Umgang mit der Euro-Krise wächst. DIE LINKE unterstützt die Proteste und hat ein umfangreiches Aktionspaket zur Lösung der Krise vorgelegt. Die Fraktion DIE LINKE stellt diese Alternativen am 18. November in Frankfurt am Main in einem Öffentlichen Fachgespräch mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medien und Gewerkschaften  vor. Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Im Anschluss findet am Abend des 18. November, ab 18.00 Uhr, auf dem Opernplatz in Frankfurt am Main eine Kundgebung der Partei DIE LINKE und der Europäischen Linken statt. Das Motto: "Gegen die Macht der Finanzmärkte". Hauptredner wird Oskar Lafontaine sein. Mit dabei auch Jochen Nagel (GEW Hessen), Gregor Böckermann (Ordensleute für den Frieden), Nadja Valavani (griechische Publizistin), musikalisch begleitet von Geier Sturzflug und Anne Haigis.

Wirtschaftsweise wollen Schulden vergemeinschaften

finanzkrise Sachverständige plädieren für „Schuldentilgungsfonds". Merkel ist skeptisch

BERLIN taz \ Mit einem neuen Modell zur Lösung der europäischen Schuldenkrise haben die sogenannten Wirtschaftsweisen die Bundesregierung offenbar überrascht. Erstmals plädieren" die Wissenschaftler, die die Bundesregierung in wirtschaftlichen Fragen beraten, darin für eine gemeinsame Haftung für einen Teil der Schulden der Euro-Staaten. Für den Fall, dass die bisherigen Rettungspläne nicht ausreichen, schlagen die Wirtschaftsweisen einen Schuldentilgungsfonds vor. In diesen sollen alle Eurostaaten den Teil ihrer Schulden einbringen, die oberhalb von 60 Prozent des Bruttoin-landsprodukts liegen. Auslaufende Staatsanleihen würden dabei durch neue gemeinsame Anleihen ersetzt, die wegen der gemeinsamen Haftung niedrige Zinsen hätten, sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Insgesamt käme der Fonds auf ein Volumen von 2,3 Billionen Euro; der größte Anteil entfiele auf Italien, Deutschland und Frankreich. Im Gegenzug für die gemeinsame Haftung müssten sich alle teilnehmenden Staaten strengen Bedingungen unterwerfen: Dazu gehört neben einer in der Verfassung festgeschriebenen Schuldenbremse und einer teilweisen Verpfändung ihrer Währungsreserven auch ein Auf schlag auf die Mehrwert- oder Einkommensteuer, der nicht in den allgemeinen Haushalt fließt, sondern direkt dem Tilgungsfonds zugutekommt, erläuterte der Vorsitzende der Sachverständigen, Wolfgang Franz. Auf diese Weise soll der Fonds über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren komplett getilgt werden. Durch die Begrenzung von Umfang und Dauer wäre ein solcher Fonds mit den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zur Budgetverantwortung des Bundestags vereinbar, sagte Franz. Bundeskanzlerin Ang'ela Merkel reagierte bei der Übergabe^ des Gutachtens durch die Sachverständigen skeptisch auf den Vorschlag. Er würde „eine Vielzahl von Vertragsveränderungen" auf EU-Ebene voraussetzen und sei „im operativen Geschäft nicht machbar". Der finanzpolitische Sprecher der Linken, Axel Troost, begrüßte hingegen die „Erkenntnis, dass es einen kollektiven Lösungsansatz geben muss". Notwendig seien aber ein stärkerer Ausgleich.und die Finanzierung über eine Vermögensabgabe statt über höhere Einkommen- oder Verbrauchssteuern. Auch der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Gerhard Schick, sieht in dem Vorstoß eine notwendige Reaktion auf die „Sackgasse" in der sich die Politik befinde. „Es ist richtig, in Überlegungen zu gehen, die europäische und nationale Anleihen parallel ermöglichen" sagte er.

taz vom 10.11.2011

Das „chinesische Prinzip“

Ökonomische Freiheit – politische Lenkung:

Der bessere Weg zur globalen Perestroika? Ein Vergleich.

Wer heute an China denkt, hat zwei Bilder vor Augen: Das eine wird von China-Reisenden als „happy China“ beschrieben, das andere als Parteiendiktatur, die die Menschenrechte nicht achte und jeden Ansatz zu einer Opposition ersticke. Für beides lassen sich reichlich Belege anführen: Die fröhliche Betriebsamkeit auf Chinas Plätzen und Straßen wird von westlichen Touristen inzwischen auf Fotos festgehalten, die sie ihren erstaunten Freunden nach ihrer Rückkehr zeigen; chinesische Betriebsamkeit überzieht den ganzen Globus mit Ware „made in China“; Chinas Politiker laden westliches Know how ein, sich im Land frei zu entwickeln; chinesische Banken zeigen sich neuerdings bereit, faule Wertpapiere aufzukaufen, um die Weltfinanzen stabil zu halten. Dem stehen Meldungen über Zensur der Presse, über Repressalien gegen kritische Blogger, über die Inhaftierung und Verschleppung Oppositioneller bis hin zur Internierung tausender Mitglieder der Falun Gong Bewegung in speziell für sie geschaffenen Lagern und das nicht zu vergessende Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens gegenüber.

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Das staatliche Strafen

In regelmäßigen Abständen ist hierzulande Kriminalität ein Thema – ebenso regelmäßig wird darüber diskutiert, wie Kriminalität denn am besten zu verhindern sei. Man ist sich zwar in Politik und Öffentlichkeit über die konkreten Schritte zur Bekämpfung von Verbrechen selten einig, aber dass man überhaupt Strafen und staatliche Gewalt braucht, darüber herrscht Einigkeit von rechts bis links2. Staatliche Gewalt zur Durchsetzung von gesellschaftlichen „Regeln“ und zum Schutz wichtiger Rechtsgüter – wie etwa das Recht auf Eigentum oder die Freiheit der eigenen Person – , sei unverzichtbar. Ohne Strafen gäbe es keinen ordentlichen Schutz der Bürger und ihrer Rechte. Zwar fällt es einigen Menschen durchaus auf, dass (mehr) Strafen bzw. härtere Strafen Verbrechen nicht verhindern. Und es wird gelegentlich zugestanden, dass der Nutzen von Strafen - etwa für die Opfer von Straftaten - fraglich ist. Schließlich machen Strafen das Geschehene für diese Opfer nicht wieder gut, sondern fügen der Gewalt der Straftat bloß weitere Gewalt hinzu. Trotzdem wird immer wieder auf die Unverzichtbarkeit einer abschreckenden Wirkung von Strafen hingewiesen: Ohne Sanktionen und deren abschreckende Wirkung funktioniere ein soziales Zusammenleben „leider“ nicht. Die durchgesetzte Vorstellung über das Strafrecht, besagt, es diene dazu, ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen.

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Mindestlohn: Bundesregierung muss schnell handeln

Links wirkt. Nun vielleicht auch bei der Union. Denn auch dort mehren sich die Stimmen, die sich für einen flächendeckenden Mindestlohn aussprechen. Entscheidend ist aber, dass die Bundesregierung endlich handelt. "Angesichts des sich immer schneller ausbreitenden Niedriglohnsektors ist klar, dass wir beim Mindestlohn jetzt klotzen müssen und nicht kleckern dürfen", erklärte der Vorsitzende der LINKEN, Klaus Ernst. "Wer wie die Union nun ausgerechnet die Leiharbeitstarife zum Vorbild für eine allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze nehmen will, würde den Niedriglohnsektor eher zementieren, als dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten von ihrer Arbeit würdevoll leben können. Deshalb führt an einem gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro je Arbeitsstunde kein Weg vorbei." Für die kommende Woche hat die LINKE zum Thema im Bundestag eine Aktuelle Stunde beantragt.

Libyen: Bilanz der NATO

Anlässlich der offiziellen Beendigung des NATO-Einsatzes in Libyen zieht Wolfgang Gehrcke, Außenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Bilanz: Unter grober Verletzung des Völkerrechts hat die NATO die Aufständischen direkt militärisch unterstützt. Statt Zivilsten zu schützen, so wie es die UN-Resolution vorsah, wurde ein Krieg mit Zehntausenden von Toten geführt. Dass die kriegführenden Staatsoberhäupter verständnisvolle Töne in Bezug auf die Tötung und Zurschaustellung Gaddafis – eines Mannes, den sie vor Monaten noch hofiert hatten – anschlugen unterstreicht, dass "Heuchelei Stil der Politik geworden ist." Jan van Aken mahnt in seiner Presseerklärung, dass in der jetzigen Situation alles getan werden müsse, um die Fortsetzung des Bürgerkriegs zu verhindern. Ein zweiter Irak müsse unbedingt verhindert werden und dabei könne die Afrikanische Union helfen, aber gewiss nicht der Einsatz der Bundeswehr im Land.

Euro-Krise: Krisenmanagement immer chaotischer - und teurer

Das Krisenmanagement der Bundesregierung wird immer chaotischer - und teurer für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Das hat die Unterrichtung der Parteispitzen durch Bundeskanzlerin Merkel bereits am Montag zutage gefördert, wie Klaus Ernst im Anschluss an die Unteredung deutlich machte. Vor der letzten Abstimmung am 29. September wurde die Ausweitung des Banken-Rettungsschirms ESFS durch einen so genannten "Hebel" noch ausgeschlossen. Jetzt kommt er und wieder sind sich CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne einig. "Sie haben ein Chaos verursacht, das eine Wirrnis organisiert, die alle überfordert - das Parlament, die Medien und erst Recht die Bevölkerung", erklärte Gregor Gysi in der Aussprache im Anschluss an Merkels Regierungserklärung im Bundestag. Statement von Klaus Ernst: "Alles wird viel, viel teurer" (Audiostatement) Rede von Gregor Gysi: "Wir brauchen eine Fraktion für die Bevölkerung" (auf Youtube)

Echte Demokratie - das geht nur ohne Kapitalismus!

Eigentlich ist den meisten klar, dass das herrschende Wirtschaftssystem zwangsläufig von einer Krise in die nächste stolpert. Manchmal sind die Pausen zwischen zwei Krisen etwas länger, manchmal etwas kürzer. Und immer wird die Notwendigkeit betont, zu sparen. Und wieder werden Löhne gekürzt, Sozialleistungen gestrichen, Arbeitszeiten verlängert, die Mehrwertsteuer erhöht... Deutschland ist als Exportnation reich genug, um bis jetzt die Einschnitte so moderat zu halten, dass bisher noch jede Kröte geschluckt wurde. Hartz IV, Rente mit 67, steigende Krankenkassenbeiträge, massive Ausweitung von Zeitarbeit: all das hat für Empörung gesorgt, aber für ernsthaften Widerstand hat es bis jetzt nicht gereicht. Anders beispielsweise in Griechenland oder Spanien. Hier gibt es schon länger massiven Widerstand, der häufig verbunden ist mit der Forderung nach einem grundsätzlich anderen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Die Besetzung der Wallstreet hat plötzlich die Forderung nach „Democracia real ya“ (Echte Demokratie jetzt) weltweit populär gemacht.

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Eklat um deutsche Exporte

KRISE II Parlament wirft EU-Kommission Rechtsbruch vor. Defizitländer will sie bestrafen, Berlin nicht

BRÜSSEL taz \ Die deutschen Exportüberschüsse sorgen für Streit in der Europäischen Union. Grüne und konservative Europaabgeordnete wollen einen Beschluss der EU-Finanzminister zu Fall bringen, der Länder mit Leistungsbilanzdefiziten wie Spanien mit Sanktionen bedroht, Überschussländer wie Deutschland jedoch verschont. Der Ministerrat war am Dienstag einer Vorlage der EU-Kömmission gefolgt, die Defizite schon ab 4 Prozent des Bruttoin-landsprodukts ahnden will, Überschüsse jedoch erst ab 6. Damit müsste Deutschland keine Strafen mehr fürchten; der Über-schuss lag 2010 knapp unter der zulässigen Grenze bei 5,7 Prozent. Währungskommissar Olli Rehn mache sich des „Rechtsbruchs" schuldig, sagte der grüne EU-Abgeordnete Sven Giegold. Die Bewertung der Leistungsbilanz sei Teil des kürzlich beschlossenen „Sixpacks" zur Wirtschaftspolitik, so Giegold. Rehn habe sich jedoch über den darin enthaltenen Beschluss hinweggesetzt, auch Überschussländer mit Sanktionen zu bedrohen. Teil des „Sixpacks" ist eine Verordnung, die eine regelmäßige Überwachung von Indikatoren vorsieht, um wirtschaftliche Ungleichgewichte in der EU zu vermeiden. Die Liste der Indikatoren, das „Scoreboard" hatte von Anfang an für Streit gesorgt. Denn hinter den Kulissen hatte die Bundesregierung versucht zu verhindern, dass Exportüberschüsse bestraft werden können. Mit Erfolg: Unter massivem Druck sind sowohl EU-Kommission als auch der Ministerrat auf die deutsche Linie eingeschwenkt. Giegold forderte Nachbesserungen.

eric bonse / taz vom 10.11.2011

Kanzlerkandidat der Journaille

SPD Peer Steinbrück ist so gut wie Kanzler. Wenn es nach ihm, Helmut Schmidt und den Medien geht. Kleiner Haken: Steinbrück pfeift auf die SPD - und die auf Fernsehkanzler

Helmut Schmidt sitzt in der Mitte des Saals, die Sendung dauert schon vier Zigaretten, dazu zwei Ladungen Schnupftabak, endlich kommt die Kandidatenfrage. Könnte Peer Steinbrück also Kanzler, will Moderator Günther Jauch wissen. „Wir brauchen politische Führer", sinniert der Uraltkanzler, „die wissen, worüber sie sprechen in der Bankenkrise." Und daneben sitzt er. Der Mann, der weiß, worüber er spricht. Ehemals Bundesfinanzminister einer großen Koalition, Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Warum er denn nichts sage, ulkt Jauch in Richtung des jüngeren der beiden Politrentner: „Das Gespräch geht an mir vorbei", ulkt Steinbrück, 64, zurück. Er lacht, alle lachen. Jauch schleicht sich noch einmal heran. Wie ist es denn nun? „Ich werde mich zu der Frage äußern, falls der Parteivorsitzende sie mir stellt." Jetzt mal Luft holen. Was für ein Theater! Peer Steinbrück hat an diesem Abend eine Bühne bekommen, um sein Buch „Zug um Zug" zu vermarkten, das er mit Helmut Schmidt geschrieben hat. Er hat sie vor allem aber bekommen, um sich als Kanzlerkandidat zu vermarkten. Dazu kommt eine Spiegel- Titelgeschichte. Und am Donnerstag beschließt die Zeit die Premium-Woche für Steinbrück mit dem offiziellen Vorabdruck des Buches. Natürlich ist ihm die Sache mit der Kandidatur offiziell etwas unangenehm, aber nur offiziell. Es geschieht etwas Bemerkenswertes seit einigen Monaten. Peer Steinbrück ist von einigen Medien als Kanzlerkandidat bestimmt worden. Je mehr es geschrieben haben, desto selbstverständlicher wurde es, und desto mehr schrieben darüber und so weiter. Für manche besteht kein Zweifel mehr, es kann nur noch Steinbrück geben. Gibt es überhaupt noch Alternativen? Wen interessiert's! Der Ausgerufene, das macht alles besonders schräg, wollte eigentlich noch nie sonderlich viel mit der SPD zu tun haben. Ab 2009 wollte er sogar gar nichts mehr mit der Partei zu tun haben - er legte alle Parteiämter nieder. Steinbrück hat in der rot-grünen Regierungszeit in Nordrhein-Westfalen auch das Verhältnis zum Koalitionspartner zerrüttet und sich als Finanzminister lange gegen eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte gewehrt. Er hat vieles gemacht, wie es die Partei gerade nicht wollte. Und heute schon gar nicht mehr will. Trotzdem lässt ihn die SPD im Moment machen. Denn die Partei ist rtoch immer geschwächt von den eigenen Regierungsjahren, und da freut man sich, wenn es einen gibt, der in der Öffentlichkeit beachtet wird. Denn in den Regierungsjahren wurde viel Personal verbraucht, ein Teil der Partei hat sich abgespalten, Zehntausende Mitglieder gingen verloren. Die SPD hat sich als Partei aufgegeben, um regieren zu können. Die Schwäche ist nicht überwunden. Auch heute weiß die SPD in mancher inhaltlichen Frage noch immer nicht, welcher Weg der richtige sein könnte. Aber sie hat für sich nach 2009 immerhin beschlossen, keine Basta-Politik mehr zulassen zu wollen. Denn Gerhard Schröders Zampano-Stil als Fernsehkanzler hat sie genervt. Und mehr nach links zu rücken. Denn Schröders Agenda 2010 hat genervt. Und jetzt kommt Steinbrück, der nicht links ist, kein Diplomat und der Partei den Rücken gekehrt hat. Ein Kanzler Steinbrück würde die SPD zerreißen. Das wissen viele in der SPD, aber sie halten noch still. Zurück ins Theaterstück Steinbrück/Schmidt/Jauch. Am Ende fragte Jauch, wo denn im politischen Spektrum Wahlen gewonnen werden. Rechts, links oder immer in der Mitte? „Es ist hoffentlich in der Mitte" sagt Schmidt. Wieder allgemeines Grinsen. Klar, der Steinbrück, der "ist Mitte. Aber da gibt es in der SPD immerhin zwei Kandidaten. Einer heißt Steinbrück. Und einer Frank-Walter Steinmeier. Der ist Fraktionschef und hält sich auffällig zurück in den letzten Wochen. Aber vielleicht kommt ja noch ein Buch. Moment, oder: Vielleicht bestimmt die SPD den Kanzlerkandidaten auch einfach selbst.

taz vom 25.10.2011

NAZI - Terror

Was von einigen Bürgern schon lange vermutet wurde, dass nämlich nicht der Verfassungsschutz die Neonazis überwacht, sondern die Neonazis den Verfassungsschutz benützt und unterwandert hat, bewahrheitet sich immer mehr. Hierbei fallen insbesondere diejenigen Bundesländer auf, die immer noch Parteien wie die LINKE überwachen. Ein weiteres Indiz hierfür ist auch der Versuch Anti-Nazi Symbole rechtswidrig zu verbieten. Die angegebenen Gründen dafür waren nicht nur scheinheilig, sondern in der Logik überhaupt nicht nachvollziehbar! Wo blieb da eigentlich der massive mediale Aufschrei? Im Gegenteil - versuchte man über öffentlich-rechtliche Sender diese rechtswidrige Entscheidung zu erläutern. Dieser dubiose Versuch scheiterte vor den Gerichten. Schon hierbei hätte die Öffentlichkeit aufhorchen müssen, um entsprechend zu reagieren.  Nichts geschah! Statt dessen wurden immer mehr NPD-Demonstrationen genehmigt und durch Polizeieskorten geschützt. Gegendemonstranten wurden kriminalisiert. Vor 20 Jahren in der BRD undenkbar! Durch die Deutsche Einigung wurde der rechte Rand gestärkt und es ist nicht das Einzige, dass man aus der ehemaligen “DDR” übernommen hatte. Die “Art” des Regierens zeugt von einer Parteiwillkür, die bei den “Östlichen” Ländern Europas, in der Vergangenheit, gang und gäbe war. So ist die heutige Bundeskanzlerin Merkel bisher immer noch nicht in der Demokratie angekommen! Diese Willkür der Macht benützt sie aber auch gegenüber den europäischen Mitgliedsstaaten. Hilfreich steht ihr die kapitale Macht des Westens zur Seite. Mit deren Hilfe zwingt sie nun auch die übrigen europäischen Staaten dazu ihre Systeme zu ändern sowie die soziale Sicherungssysteme zu zerschlagen. In deren Kreise nennt man dies “ Reformen “, was eigentlich nichts anderes ist, als eine revolutionäre Systemänderung! Aber was hat das alles mit den Nazis zu tun? Meist sind es linksgerichtete Bürgerinitiativen, die gegen die Ungerechtigkeit, Armut und Not demonstrieren. Die Unterstützung rechtsgerichteter Gruppen, wie die NPD, ist das Mittel vom Kapital, sich selbst zu schützen. Die Demonstrationshäufigkeit der NPD steigt und somit werden große „linke“ Gruppen bei Gegendemonstrationen gebunden, die bei der sozialen Unruhe sich nicht mehr bündeln können. Es findet eine Zerschlagung der Demonstrationsgruppen statt, dies mithilfe der NPD. All diejenigen, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen versucht man zu kriminalisieren und stellt politische Parteien, die sich nicht korrumpieren lassen, wie DIE LINKE, teilweise unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. In den Augen der “Kapitalmächtigen” sind rechtsgerichtete Organisationen nichts Weiteres als “ Mittel zum Zweck “ die deshalb auch entsprechend geschützt und gefördert werden - rechtswidrig mit Hilfe von Staatsorganen wie den Verfassungsschutz in manchen Bundesländern. Die “Freiheit” der Nazi-Terrorgruppe erkaufte sich die NPD, unter anderem, mit dem Versuch Antinazi-Symbole zu verbieten. Die “Taten” der Terrorgruppe wurden aber für den entsprechenden Verfassungsschutz zu heiß ... wer an Selbstmord dieser NPD-Mitglieder glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann!

Es ist also noch sehr viel aufzuklären! Es stellt sich aber nur die Frage: “ Möchte man das wirklich? ”

wh

Echter Mindestlohn für alle statt Pseudo-Mindestlohn à la CDU

Allen Ankündigungen zum Trotz hat die CDU auf ihrem Parteitag allen Hoffnungen auf die schnelle Einführung eines echten Mindestlohns eine Abfuhr ersteilt. Die jetzt beschlossene "Lohnuntergrenze" à la CDU wäre weder flächendeckend noch existenzsichernd. Selbst die extrem niedrigen Tarifverträge für Leiharbeiter waren der CDU noch zu hoch als Lohnuntergrenze. "Die Menschenwürde muss durch eine strikte Lohnuntergrenze ohne Ausnahmen für alle geschützt werden – egal ob jemand in der Logistik-Branche oder im Callcenter beschäftigt ist, egal ob jemand im Osten oder Westen dieser Republik arbeitet", erklärte die stellvertretende Parteivorsitzende der LINKEN, Sahra Wagenknecht, nach dem Beschluss des CDU-Parteitags. Der Vorsitzende der LINKEN Klaus Ernst hatte die Bundesregierung bereits in der vergangenen Woche in einer Aktuellen Stunde zum Thema Mindestlohn für ihr bisheriges Versagen im Kampf gegen Armutslöhne scharf kritisiert und sie aufgefordert, den Ankündigungen endlich Taten folgen zu lassen und für einen echten Mindestlohn zu sorgen.

Griechenland: Neue Regierung und beschleunigter Marsch in die kapitalistische Barbarei

Die Schmierenkomödie und die Streitereien der „politischen Elite“ Griechenlands und der „Machtpoker“ hauptsächlich der beiden großen und systemtragenden Parteien PASOK („sozialistische Bewegung“) und der rechtsgerichteten „Nea Dimokratia“ (ND) wurden mit der Bildung einer Regierungskoalition, in die auch der rechtsextreme LAOS einbezogen wurde, erst einmal beendet. Es soll sich um eine „Übergangsregierung“ handeln, da für den Februar Neuwahlen vorgesehen sind. Die reformistischen Parteien KPG (KKE) und SYN/SYRIZA fordern sofortige Neuwahlen. Nach tagelangem unwürdigem Gerangel und Gezerre, Intrigen und Hinterraumgesprächen hat man sich gestern (10.11.) auf Top-Banker L. Papadimos, der das absolute Vertrauen der herrschenden Klassen Europas sowie des IWF genießt, als neuen Regierungschef geeinigt. Das Tauziehen um die neue Regierung und den zugehörigen Premier begann, als die politisch und moralisch total ausverkaufte PASOK-Parlamentsfraktion (von 160 auf derzeit 152 Stimmenlieferer geschrumpft) Papandreou am 4.11. ihr „Vertrauen“ bestätigte, der aber gleichzeitig eine Regierungskoalition ankündigte. Die ganze Prozedur war verfassungswidrig (aber wen stört das unter den heutigen Bedingungen noch?), da Papandreou nicht einmal seinen Rücktritt eingereicht hatte.

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SPD: Seeheimer Kreis und seine zwei Kanzlerkandidaten

Mit Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier initiiert der neoliberale Flügel der SPD, über die Medien, seinen Anspruch auf den Kanzlerkandidaten der SPD. Kein Tag oder kein Interview, Talkshow - ohne diese vom Seeheimer Kreis gewünschten neoliberalen Marionetten. Auch hier versucht man erneut die Wähler durch ihr Kurzzeitgedächtnis hinters Licht zu führen. Übelkeit stößt die Karikatur des Exkanzlers Schröder, Steinmeier, einem beim Erklingen dessen ekelhafte Stimme auf. Verrat und Zerstörung suggeriert sie. Steinmeier und auch Steinbrück stehen für Hartz IV, sie stehen auch für die Zerstörung der Sozialen Marktwirtschaft. Sie garantieren den Machterhalt des Kapitals und stehen deshalb auch im Endeffekt für die Zerstörung sämtlicher Sozialstrukturen in ganz Europa. Die Nichtsozialisten Steinmeier und Steinbrück werden auch entsprechend von Prominenten wie Jauch und Exkanzler Schmidt hofiert. So wird mithilfe der gesamten Palette der medialen Macht versucht, die SPD-Mitglieder zu beeinflussen. „Hier nun ist unser Kanzlerwunsch – entscheiden dürft ihr nur noch, wen von beiden Marionetten ihr lieber wollt!“ Ein künstlicher Druck wird über die Öffentlichkeit / Mächtigen des Landes aufgebaut, sodass es für die SPD schwerfällt, eine freie und unabhängige Entscheidung zu fällen. Der Seeheimer Kreis wird alles daran setzen, um einen „sozialen“ Kanzlerkandidaten zu verhindern. Hinter ihr steht das Kapital und das ist mächtig!

wh

Pressemitteilung vom Bündnis "Bahn für Alle"

Stuttgart 21 ist widerrechtlicher Abbau von Schieneninfrastruktur / Sonderzeitung vom Bündnis „Bahn für Alle“ dokumentiert systematische Manipulation beim Stresstest Symbolträchtig in der zum Abriss frei gegebenen ehemaligen Bahndirektion vis a vis vom Stuttgarter Kopfbahnhof präsentierte das Bündnis Bahn für Alle heute Belege, nach denen mit dem Abriss des Kopfbahnhofes und dem Bau des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 vorhandene Bahnhofskapazitäten abgebaut werden. Zentral dafür sind grobe Dissonanzen zwischen Behauptungen der Bahn beim so genannten „Stresstest“ im Juli 2011, und
ihrer eigenen Datendokumentation. Der Analyst Dr. Christoph Engelhardt, der als Experte am Stresstest teilnahm, legte auf der Pressekonferenz stellvertretend für das Team von WikiReal detailliert dar, dass Datenmaterial und Ergebnisse der DB AG eklatant aus einander klaffen. „Bei Stuttgart 21 etabliert sich ein Orwell´sches Zwiedenken, bei dem 2+2=5 ergibt, wenn die Partei das sagt“, so Engelhardt. „Recht und Gesetz kann man brechen, wenn man sicherstellt, später nicht verfolgt zu werden. Beim Bruch von mathematischen und physikalischen Gesetzen wird uns aber die Realität einholen.“ Beim Stresstest seien die Prämissen an dem erforderlichen Ergebnis einer Kapazität von 49 Zügen in einer Stunde ausgerichtet worden. So habe am Ende die Gleichung „4 x 8=49“ gestanden: Nach allen Regeln der
Eisenbahnbetriebstechnik und Auswertung der bahneigenen Dokumentation können in einer Stunde bis zu vier Züge auf einem Gleis abgefertigt werden. Der geplante Tiefbahnhof hat acht Gleise. „Doch weil der Stresstest eine Kapazität von 49 Zügen in der Spitzenstunde erforderte, um die Leistungssteigerung gegenüber dem bestehenden Kopfbahnhof nachzuweisen, ergeben in Stuttgart 4 x 8 nicht 32, sondern 49“, so Engelhardt. Selbst für Teilnehmer des Stresstest habe die Überprüfung der Datendokumentation „kriminalistische Kleinarbeit“ erfordert. Ein solcher Rückbau von Schieneninfrastruktur muss nach §11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) auf Bundesebene beantragt und genehmigt werden. Dies ist für Stuttgart 21 nicht geschehen. Auf eine diesbezügliche parlamentarische Anfrage antwortete das zuständige Bundesverkehrsministerium vor wenigen Tagen, dies könne gegebenenfalls kurz vor Inbetriebnahme des Tiefbahnhofes geschehen - also nachdem unumkehrbare Fakten geschaffen und viele Milliarden versenkt wurden.
„Der Baden-Württembergische Ministerpräsident Kretschmann muss jetzt von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch machen. Er hat mit seinem Amtseid verpflichtet, Schaden von den Bürgern abzuwenden. Der Abbau von Bahninfrastruktur im zentralen Bereich seines Bundeslandes, noch dazu zu einem horrenden Preis, ist ein massiver Schaden für die Bürgerinnen und Bürger“, sagt Winfried Wolf vom Bündnis Bahn für Alle.
 Der Stuttgarter Schauspieler Walter Sittler forderte: „Man kann jetzt aufhören, bevor sich die Stadt Stuttgart, das Land Baden-Württemberg und die Region massiv verschulde, nur um ein Projekt zu finanzieren, dass viel Geld kostet, aber nie ein ordentlicher Bahnhof wird“. Die Deutsche Bahn AG hat angekündigt, zu Jahresbeginn mit dem Abriss des Südflügels und dem Fällen der Bäume im Schlosspark zu beginnen. Kei Andrews, Biologin und aktiv bei ROBIN WOOD Stuttgart, warnte vor einer Wiederholung der Ereignisse vom 30. September 2010. Damals wurde mit massiver Polizeigewalt die widerrechtliche Fällung einer über 200 Jahre alten Platane durchgesetzt. Das Vorgehen der DB AG wurde im Nachhinein mit einer lächerlichen Geldstrafe geahndet.

Wo oder wann ist die Wahrheit?

Seit jeher gibt es Mitmenschen, die denken, ihre Sicht der Dinge ist ist der Weisheit letzter Schluss. Mit brachialer Gewalt wird dem Mitmenschen das eigene Denken vorgegeben ... ja eingetrichtert! So manifestierte sich ein Glauben, der alle “Ungläubige” verdammt, ja zur Tötung freigibt. Eine Evolution wurde vorgegeben, die des Menschen Affentum vorschreibt und auch eintrichtert. Archäologische Funde die dem - zumindest teilweise - widersprechen, werden geleugnet oder zumindest nicht wissenschaftlich ausgewertet. Die Weltbilder geraten ins Schwanken ..... Machtstrukturen werden in Frage gestellt. Sieht unsere Welt doch ganz anders aus? Steckt hinter jeden Mythos doch ein Stück Wahrheit? Alte Schriften (indische, chinesische) werden immer wieder durch archäologische Funde bestätigt! Selbst die Bibel, die aus verschiedenen alten Schriften zusammengestellt wurde, kann sich dem nicht entziehen.

Skelette05

Was oder wo ist die Wahrheit? Der Mensch kann zur ECHTEN Erkenntnis nur dann gelangen, wenn ihm alle Informationen und auch das WISSEN zur Verfügung steht! Dies birgt aber die Gefahr, dass Manipulationen und Machtmissbrauch durch die Erkenntnis nahezu ausgeschlossen ist! KEIN KRIEG DES GLAUBENS! KEIN KRIEG AUS MATERIELLER HABGIER!

Ist das aber wirklich im Interesse der Mächtigen?

Beim Anklicken der Bilder: weitere Informationen zum Fund der Riesenskelette!

Solidarität ist gefragt. Diesmal mit der TREND Onlinezeitung

Karl-Heinz Schubert, presserechtlich Verantwortlicher der TREND Onlinezeitung, erhielt am 5. September 2011 eine Abmahnung. Er sollte eine Unterlassungsverpflichtung verbunden mit einem Strafgeld in Höhe von 10.000 Euro für den Fall der Zuwiderhandlung unterschreiben. In 'TREND' Nr. 7- 8 / 2011 war in der Rubrik 'Betrieb& Gewerkschaft' der Artikel "Gegen Ausbeutung in Spätverkäufen"  [1] veröffentlicht worden. In dem von GewerkschafterInnen verfassten Artikel wurden die Arbeitsplatzbedingungen in einem Friedrichshainer 'Spätkauf' beschrieben und es wurde von einer fristlosen Kündigung berichtet.

http://nt2.3sinus.com/srv1/l.cfm?id=bmdttwmnkxabfjg

Lafontaine, Wolf und Liebich diskutieren über linke Kürzungspolitik

Am Mittwochabend trafen sich mit Oskar Lafontaine, Harald Wolf und Stefan Liebich drei führende Vertreter der Linkspartei, um über „Linke Reformpolitik im 21. Jahrhundert“ zu diskutieren. Treffpunkt war ein Hinterzimmer der Brotfabrik Weißensee in Berlin, in der sich etwa 70 Gäste überwiegend weit fortgeschrittenen Alters einfanden. Die Besucher waren fast ausschließlich Mitglieder der Linkspartei. Man war unter sich; und die Diskutanten nutzen die Möglichkeit sich offen über „linke Reformpolitik“ – oder besser „linke Kürzungspolitik“ – auszutauschen Die Veranstaltung wurde von Liebich selbst moderiert, einem Berliner Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, der dem offen rechten Flügel der Partei zugeordnet wird. Er ist einer der Initiatoren der Strömung „Forum Demokratischer Sozialismus“ innerhalb der Linkspartei, die vehement für eine Regierungszusammenarbeit mit der SPD und den Grünen auch auf Bundesebene eintritt. Zusammen mit Harald Wolf, dem Finanzsenator Berlins, ist er einer der Hauptarchitekten der rot-roten Sparpolitik in der Hauptstadt. Beide führten gemeinsam mit Gregor Gysi für die damalige PDS die Koalitionsverhandlungen mit der SPD.

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Rettungsschirm für WEN?

Persönliche Erklärung zum Abstimmungsverhalten

Bei der Abstimmung über die Aufstockung und Ausweitung des Euro-Rettungsschirms (EFSF) im Deutschen Bundestag habe ich mit NEIN gestimmt. Auch ich bin der Überzeugung, dass Maßnahmen erforderlich sind, um die Staatsfinanzierung von den privaten Finanzmärkten abzukoppeln, um zu verhindern, dass einzelne Staaten der Spekulation der Finanzmafia ausgesetzt werden. Die Einführung des EURO hatte die PDS im Bundestag zu Recht kritisiert, weil diese nicht mit einer Wirtschafts-und Sozialunion verbunden war. Dennoch ist die Erhaltung des EURO ein richtiges Ziel, weil der EURO, von dem insbesondere die deutsche Wirtschaft profitiert hat, inzwischen mehr als ein ökonomisches Projekt ist. Wenn der EURO scheitert, besteht die große Gefahr, dass auch der europäische Gedanke und das Projekt der Europäischen Union massiv beschädigt wird und dies mit einer Renationalisierung der Politik einher geht. Wir brauchen zur Lösung der gewaltigen Probleme aber nicht weniger, sondern mehr europäische Integration. Wir brauchen und wollen als LINKE auch gegenseitige Solidarität und Hilfe in Europa. Darin unterscheiden wir uns von den Gegnern des EURO-Rettungsschirms, deren Motivation darin liegt, den anderen in Schwierigkeiten geratenen Staaten die Solidarität ausdrücklich zu verweigern. Die Politik der Bundesregierung ist darauf gerichtet, den Europäischen Rettungsschirm nicht als Hilfe für die Menschen auszugestalten, sondern im Ergebnis zur Rettung von Banken und Versicherungen. Die Bedingungen, die an die Inanspruchnahme der Mittel aus dem Rettungsschirm geknüpft werden, sind nicht akzeptabel. Senkung der Löhne, Renten, Entlassungen, Erhöhung der Verbrauchsteuern, kurz massiver Sozialabbau für breite Bevölkerungskreise, sind Gift für das wirtschaftliche Wachstum der betreffenden Staaten und machen die Rückzahlung von Krediten objektiv unmöglich. Die Banken und Gläubiger sind durch die Bürgschaft des Rettungsschirms, für die die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haften, gegen Forderungsausfall gesichert. Die wirklich Vermögenden in den betreffenden Ländern, ebenso wenig wie in Deutschland, werden hingegen nicht zur Kasse gebeten. Eine Finanztransaktionssteuer, wird halbherzig angekündigt, aber bisher immer noch nicht eingeführt. Mit dieser würden die Spekulanten, die die Finanzkrise verursacht haben, endlich zur Kasse gebeten. Hinzu kommt, dass ohne eine tiefgreifende und nicht nur kosmetische Regulierung der Finanzmärkte die Ursachen, die zur der Notwendigkeit des Rettungsschirms geführt haben, weiter fortwirken und der Rettungsschirm in Kürze von der Dimension her nicht ausreichen wird. Dieser ungerechten Politik, die die Mehrheit der Bevölkerung belastet und die Finanzmafia ungeschoren lässt, kann ich nicht zustimmen, sondern kann nur mit NEIN stimmen.

Richard Pitterle (MdB)

Erfolgreiche neue Anti-AKW-Bewegung in Belgien

Rund 2000 Atomgegner haben am 17.9. in Tihange/Ost-Belgien gegen das dortige AKW demonstriert. Die TeilnehmerInnen kamen aus Belgien und den umliegenden deutschen und niederländischen Regionen im Dreiländereck. Bei einem Unfall in den drei Atommeiler alter Bauart könnten die Großstädte Lüttich (25 km Luftlinie), Maastricht (40 km) und Aachen (60 km) tödlich verstrahlt werden. Diese Demonstration war seit über dreißig Jahren die erste - und sie könnte das Wiedererstarken auch der belgischen Anti-AKW-Bewegung signalisieren.

http://nt2.3sinus.com/srv1/l.cfm?id=fivnqolsizattze

SPD-Fraktion unterhält Fälscherwerkstatt – zur Entsorgung ihrer Verantwortung für die Finanzkrise

Es ist schon ein starkes Stück, was am 25.10.2011 als Produkt der Planungsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion das Licht der Welt erblickte: „Mit Augenmaß und Risikobewusstsein. SPD-Finanzmarktpolitik vor und in der Finanzmarktkrise [PDF - 504 KB]“. Ein NachDenkSeiten-Leser hat das Papier geschickt und für die Rubrik „Manipulation des Monats“ empfohlen. Dort gehört es hin. Leser der NachDenkSeiten werden sofort erkennen, wie in diesem Papier manipuliert wird, vor allem auch durch Weglassen. Auf die schlimmsten Fälschungen will ich eingehen. – Das Papier wird übrigens von den SPD Bundestagsabgeordneten in den Wahlkreisen verteilt. Machen Sie bitte SPD Mitglieder deshalb auf diese dreiste Manipulation aufmerksam. Albrecht Müller. Die SPD hat unter Führung von Bundeskanzler Schröder und Finanzminister Eichel und dann in der großen Koalition mit Peer Steinbrück wesentlich an der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte mitgearbeitet. Es ist grotesk, wenn man sich jetzt als Bremser darstellt. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass CDU, CSU und FDP noch mehr Deregulierung wollten. Das ändert aber nichts daran, dass unter der Verantwortung der SPD-geführten rot-grünen Regierung und ihrer Finanzminister Eichel und Steinbrück entscheidende Schritte zur Erleichterung der Spekulation gemacht und insbesondere so genannte innovative Finanzprodukte geschaffen worden sind. Führende Sozialdemokraten haben vom „Finanzplatz Deutschland“ geschwärmt, sie haben Hedgefonds eingeladen, Schröder hat die Auflösung der „Deutschland AG“ – zu deutsch das Verscherbeln vieler deutscher Unternehmen – propagiert und die entsprechenden Steuerbefreiungen geschaffen. Im einzelnen, und mit Bezug auf das Papier der Planungsgruppe: Münteferings Heuschrecken-Paravent. Zu Anfang des Papiers wird Müntefering mit seiner berühmten Warnung vor den „Heuschrecken“ zitiert. Das Zitat stammt vermutlich aus einer Rede vom 21.4.2005. Diese Warnung hatte keinerlei Konsequenzen. Es war eine Art Paravent, hinter dem die Deregulierung der Finanzmärkte zu Gunsten der Spekulanten durch die Regierung Schröder weitergehen konnte. Wir haben in den NachDenkSeiten diesen Vorgang schon am 2. Mai 2005, also zehn Tage nach Müntefering Rede, analysiert. Siehe hier: „Regierung Schröder hat die - Heuschrecken - eingeladen und steuerfrei gestellt“ Wenn Sie Zeit haben, es lohnt sich, diesen frühen Text zu lesen. Dort wird zu Anfang auf den Kern der Steuererleichterung zu Gunsten der Auflösung und des Verkaufs vieler Unternehmen an „Heuschrecken“ eingegangen. Wörtlich: „Am 14.7.2000 verabschiedete der Bundesrat – also auch mit Unterstützung der Union – die von Kanzler Schröder propagierte Freistellung der „Gewinne aus der Veräußerung inländischer Kapitalbeteiligungen im betrieblichen Bereich“. Am 1.1.2002 trat das Gesetz in Kraft.“ Im Kapitel 18 meines Buches „Meinungsmache“ (2009) bin ich unter der Überschrift „Kapitalmarkt als Casinobetrieb und die Plünderung deutscher Unternehmen“ auf die Folgen der von Schröder propagierten Auflösung der Deutschland AG und der entsprechenden Steuerbefreiungen und Deregulierungen eingegangen. 6000 deutsche Unternehmen waren damals schon unter den Hammer gekommen. Wir haben in den NachDenkSeiten Müntefering auch aufgefordert, seinen Sprüchen die Taten folgen zu lassen. Nichts geschah. Umso dreister ist es, jetzt in einem Papier der SPD-Bundestagsfraktion mit Münteferings hohlen Sprüchen den Eindruck erwecken zu wollen, dass die SPD ihre Finanzmarktpolitik „mit Augenmaß und Risikobewusstsein“ betrieben habe. Die vom damaligen designierten Bundesfinanzminister Steinbrück wesentlich geprägte Passage in der Koalitionsvereinbarung der großen Koalition (2005) belegt nachträglich noch, dass Müntefering nur Sprüche machte.

Dort Gemeinsam für Deutschland - mit Mut und Menschlichkeit - [PDF - 619 KB] heißt es:

  • „Produktinnovationen und neue Vertriebswege müssen nachdrücklich unterstützt werden. Dazu wollen wir die Rahmenbedingungen für neue Anlageklassen in Deutschland schaffen. Hierzu gehören: Die Einführung von Real Estate Investment Trusts (Reits) unter der Bedingung, dass die verlässliche Besteuerung beim Anleger sichergestellt wird und positive Wirkungen auf Immobilienmarkt und Standortbedingungen zu erwarten sind, (AM: diese Erleichterung des Verkaufs von Wohnungsbeständen war ein besonderes Anliegen von Steinbrück) der Ausbau des Verbriefungsmarktes, die Erweiterung der Investitions- und Anlagemöglichkeiten für Public-Private Partnerships, die Überarbeitung der Regelungen für den Bereich Private Equity im Wege der Fortentwicklung des bestehenden Unternehmensbeteiligungsgesetzes in ein Private-Equity-Gesetz. Eine Finanzmarktaufsicht, die unter Wahrung des primären Zieles der Finanzmarktstabilität die bestehenden Aufsichtsstandards mit Augenmaß und in gleicher Weise wie in den anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union anwendet.“Ein halbes Jahr nach den Sprüchen Münteferings gegen „Heuschrecken“ wurde von der SPD, deren Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender Müntefering damals war, mit der Union vereinbart, Finanzproduktinnovationen zu fördern, Wohnungsbestände am Kapitalmarkt zu verhökern, den Verbriefungsmarkt auszubauen, und dann wurde auch noch der Finanzmarktaufsicht aufgetragen, „mit Augenmaß“ zu kontrollieren, d.h. konkret im Blick auf die lässigen Kontrollen in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, auch bei uns lässig zu kontrollieren. Ein unglaublicher Vorgang. Noch unglaublicher ist das Papier der Planungsgruppe.

Im Deutschen Bundestag haben sich die Parteien schon im Mai 2003 gegenseitig mit Deregulierungsvorschlägen zu den Finanzmärkten den Rang abzulaufen versucht Schon 2003 und in Kenntnis der heraufziehenden Finanzkrise hat eine große CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne-Koalition mit der Förderung des Finanzkasinos weitergemacht)“ Siehe hier. In einer Bundestagsdebatte vom 8. Mai 2003 haben die Vertreter aller Parteien, auch der SPD und der Grünen, vom Ausbau des Finanzplatzes Deutschland geschwärmt und entsprechende Anträge gestellt. Die Sprecherin der SPD Hauer hat insbesondere ein Herz für Ratingagenturen erkennen lassen. Bezeichnend sind folgende Sätze im Antrag von SPD und Grünen: „I. Grundsätzliche Erwägungen

  • Finanzplatzförderung sollte noch stärker als in der Vergangenheit als wirtschaftspolitisches Ziel betrachtet werden. Die Belange des Finanzplatzes Deutschland müssen – trotz der bisweilen auftretenden komplexen markttechnischen und rechtlichen Fragestellungen – stets im Fokus des wirtschaftspolitischen Geschehens bleiben. Das Vorhandensein einer gemeinschaftlichen Idee von einem „Finanzplatz Deutschland“ ist ein nicht zu unterschätzender – weit über die Grenzen Deutschlands hinaus wirkender – Standortvorteil. Anzustreben ist die Entwicklung eines – von der Mehrheit der Marktteilnehmer akzeptierten und gelebten – „Markenzeichens“, wenn vom „Finanzplatz Deutschland“ die Rede ist. Im Rahmen ihrer Politik zur Förderung des Finanzplatzes Deutschland sollte die Bundesregierung daher auf die Entwicklung eines Identität stiftenden Zusammengehörigkeitsgefühls unter den deutschen Kapitalmarktakteuren hinwirken.“ (Gefettet von AM)
  • Die Sorge um das „Identität stiftende Zusammengehörigkeitsgefühl unter den deutschen Kapitalmarktakteuren“ als politische Aufgabe – das ist kabarettreif. Den Autoren des Textes der Planungsgruppe wäre zu empfehlen, solche Schwärmereien ihrer Fraktion zur Kenntnis zu nehmen. Das Bundesfinanzministerium hat unter der Führung Steinbrücks das Verbriefungsgeschäft erleichtern wollen und erleichtert. Siehe dazu den Aufsatz von Jörg Asmussen (SPD) in der „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen“: Aufsätze Verbriefungen aus Sicht des Bundesfinanzministeriums [PDF - 226 KB].

 Dieser Beitrag des damaligen Abteilungsleiters und späteren Staatssekretärs Asmussen, ausdrücklich als aus der „Sicht des Bundesfinanzministeriums“ formuliert, zeigt die eigentliche Einstellung der führenden Sozialdemokraten und dokumentiert auch zugleich die Verlogenheit des Papiers der Planungsgruppe. Im Papier der Planungsgruppe muss jetzt Helmut Schmidt mit seiner Warnung vor dem „Raubtierkapitalismus“ überdecken, was insbesondere die SPD-Bundestagsfraktion und die Rot-Grüne Bundesregierung zwischen 1998 und 2008 angestellt hat. Im Übrigen vernebelt der Begriff „Raubtierkapitalismus“ das, was wir in den letzten Jahren erlebt haben. Der Begriff schiebt die skandalösen Vorgänge in einen moralischen Bereich. Dabei geht es um handfeste ökonomische Interessen und um handfeste politische Fehler und Versäumnisse. Im Papier der Planungsgruppe wird vieles andere unterschlagen.

Zum Beispiel:

  • die Tatsache, dass unter Führung von SPD Bundesfinanzministern die im Besitz des Bundes befindliche KfW gezwungen worden ist, von der Allianz AG und der Münchener Rück einen Anteil von knapp unter 40 % an der privaten IKB zu übernehmen. Für Kenner war offenbar damals schon erkennbar, dass die IKB Milliarden faule US-Immobilienkreditforderungen hielt. Diese Risiken wurden der Versicherungswirtschaft auf Betreiben der sozialdemokratischen Bundesländer abgenommen. Das war offenbar ein Geschäft zu Gunsten der Versicherungskonzerne und zulasten des Steuerzahlers. Auch anschließend wurden unter der Regie von Steinbrück Milliarden in das private Institut IKB gepumpt. Steinbrück ist zusammen mit Merkel auch verantwortlich für vermutlich inzwischen weit über 100 Milliarden, die uns das Engagement bei der HRE kostet.
    Von Augenmaß und Risikobewusstsein kann auch hier keine Rede sein.
  • Siehe insgesamt zum Thema auch hier.

Das Papier enthält auch sonst eine Fülle von Zumutungen. Bitte machen Sie Sozialdemokraten in ihrem Umfeld auf diesen Vorgang aufmerksam. Er steht in engem Zusammenhang mit der vorgesehenen Nominierung von Steinbrück zum Kanzlerkandidaten. Das Papier soll nicht nur die Regierung Schröder und die Versäumnisse der SPD im weiteren Verlauf überlagern und verdecken. Es soll offenbar auch Steinbrück rein waschen. Im Papier selbst spielt das Argument, Union und FDP seien besonders schlimm gewesen, eine große Rolle. Diese mag ja so sein. Aber dies ist keine Entschuldigung dafür, es ebenfalls schlimm getrieben zu haben. P.S.: Weitere Materialen hier:

RSkelett01

Diskutiert wird nur im Kreise freier Wissenschaftler. Die Bibel als solches war in früheren Zeiten beim “normalen” Fußvolk verboten. Die Herrschenden hatten kein Interesse, dass man sich mit ihr näher beschäftigt ... auch hier würden einzelne Passagen ihren Machtmissbrauch in Frage stellen. Jede Änderung des Weltbildes erzeugt Angst der Herrschenden gegenüber  ihr eigenes Volk! Sie sind sich ihren Machtmissbrauch bewusst - sie wissen auch, dass das was sie machen bzw. tun falsch ist. Diese Erkenntnis birgt die Angst vor der Realität des Lebens und wird von ihnen als Feindbild ihrer Machtstruktur interpretiert. So klammert man sich an alte Weltbilder fest und versucht die Wahrheit durch Zensur und anderer Unterdrückungsarten zu manipulieren. Bildungsabbau Unterdrückung von Informationen sind nur einige ihrer Waffen gegenüber dem mündigen und freien Bürger.

Riese03

Presseerklärung

LINKE : Kalistrasse probeweise sperren

Am Freitag, den 14.10. wird im Gemeinderat erneut die Frage der Verkehrsplanung im Zusammenhang mit der BUGA sowie deren Finanzierung behandelt. Klar ist, dass die Stadt die Gelder für ihre Straßenplanungen von immerhin etwa 135 Mill. €  nicht allein aufbringen kann. So werden jetzt hoffentlich auch Alternativplanungen ernsthafter diskutiert, z.B. für die Kalistr.. Alle sind sich in einem Punkt einig: die alte Kalistr. soll geschlossen werden, um den neuen Stadtteil Neckarbogen bis zum Neckar ausdehnen zu können. Doch an der neuen Verkehrsführung scheiden sich die Geister. Die Verwaltung beharrt darauf eine neue Kalistr. auf der anderen Neckarseite zu bauen und hierfür den Europaplatz auf 3 Spuren zu erweitern (Kosten 25 Mill. €). LINKE und Grüne sind überzeugt, dass die bisherigen Straßen auf der anderen Neckarseite ausreichen. Sie wollen den Verkehr  nach der Schließung der Kalistr. über die Karl Nägele Brücke über den Altarm führen ,dann über die heutige Fügerstr. (2-spurig) zur Weipertstr. (3-spurig) und weiter in den Europlatz (ohne Umbau) leiten. Unser Vorschlag ist es einen Praxistest zu starten (statt Gutachter zu beauftragen) und die Kalistr. einige Wochen für den Durchgangsverkehr zu sperren. DIE LINKE ist überzeugt, dass der Test beweisen wird, dass kein Straßenneubau erforderlich ist und HN damit viel Geld (25 Mill €) sparen kann. So einen Praxistest gab es in HN schon einmal, erinnert Stadtrat Hasso Ehinger. Wegen Bauarbeiten an der Friedrich Ebertbrücke musste die Kaiserstr. für den Individualverkehr gesperrt werden. Es zeigte sich-  was bis dahin für die Verwaltung undenkbar war – die Sperrung funktioniert. Welch ein Glück für HN und welche Aufwertung für die Innenstadt. Wenn wir die Kalistr. jetzt sperren, könnten bis zur Klausur des GR am 16.11. schon erste Ergebnisse vorliegen.

Stadtrat Hasso Ehinger

Rettungsschirm für WAS?

Michael Schlecht, MdB – Chefvolkswirt der Fraktion und Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE – 29. September 2011

 Nein zum Rettungsring aus Blei

Am Donnerstag stand die Entscheidung zur Ausweitung des sogenannten europäischen Rettungsschirmes, dem EFSF, an. Ich habe gemeinsam mit der ganzen Fraktion DIE LINKE mit Nein gestimmt. Zwei Punkte sind entscheidend: Wir haben abgelehnt, weil alle Hilfskredite mit scharfen Lohn- und Sozialkürzungen verbunden sind. Dies ist nicht nur unsozial, sondern die betroffenen Länder werden noch weiter in die Krise gestürzt. Die Euro-Rettung ist ein Rettungsring aus Blei. Wohin dies führt zeigt sich am brutalsten in Griechenland. 2009, als in Deutschland die Wirtschaft mit fünf Prozent einbrach, hielt sich Griechenland noch relativ gut. Als Merkel dann 2010 die Hilfskredite mit massiven Kürzungen verband, sackte die Wirtschaft um 4,5 Prozent ab. In Anbetracht der fortgesetzten Knebelung des griechischen Volkes droht 2011 ein noch schärferer Einbruch von mindestens fünf Prozent. Dass so Griechenland nicht auf die Beine kommt, ist offensichtlich. Die Schulden steigen statt zu sinken und die Risiken für die Steuerzahler wachsen. DIE LINKE will einen sofortigen Stopp der Lohn- und Sozialkürzungen sowie der Massenentlassungen. Griechenland braucht vielmehr Aufbauhilfen, so wie Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg Hilfen durch den Marshallplan erhielt. Das deutsche Lohndumping der letzten zehn Jahre war schlecht für die Beschäftigten hierzulande. Es hat zudem Exporte befördert und Importe nach Deutschland ausgebremst. So kam es seit 2000 zu einem Exportüberschuss von 1,2 Billionen Euro. Die Kehrseite davon ist die Verschuldung der anderen Länder, vor allem in der Euro-Zone. DIE LINKE will das Lohndumping beenden, die Binnenwirtschaft stärken und so einen ausgeglichenen Außenhandel erreichen. Ohne das steht es schlecht um die Zukunft Europas. Wir haben abgelehnt, weil alle Hilfskredite gar nicht bei den Menschen in den Krisenländern ankommen, sondern den deutschen, französischen und anderen Banken in den Rachen geworfen werden. Die Hilfskredite dienen nur dazu, die Finanzhaie vor Verlusten zu schützen. Die Banken refinanzieren sich mit günstigen Zinsen von zurzeit 1,5 Prozent bei der EZB. Und verleihen es unter anderem an Staaten. Zum Teil zu skandalösen Zinssätzen. DIE LINKE will, dass die Staatsfinanzen vom Diktat der Finanzmärkte befreit und das Geschäft mit der Staatsverschuldung beendet wird. Die Finanzierung der Staaten soll direkt durch die EZB mit ihren günstigen Zinssätzen erfolgen, vermittelt über eine öffentliche Bank. Dieser Vorschlag der LINKEN wird nun sogar in der EU diskutiert. Es wurde vorgeschlagen den EFSF zu einer solchen öffentlichen Bank zu machen. Wer stellt sich dem als erstes entgegen: Die Pennälertruppe von der FDP. DIE LINKE will, dass endlich die Profiteure, die Millionäre zur Kasse gebeten werden. Das Netto-Geldvermögen in der Eurozone beträgt 12 Billionen Euro, die Staatsverschuldung 8 Billionen Euro. DIE LINKE fordert eine EU-weite Krisenabgabe für Vermögende.

DIE LINKE: Mehr SPD wagen?

Die Partei DIE LINKE hat sich mehr als vier Jahre nach der Fusion von Linkspartei.PDS und WASG ein Grundsatzprogramm gegeben. Es löst die Programmatischen Eckpunkte ab, die 2007 von PDS und WASG ausgehandelt worden waren. Von diesen unterscheidet es sich vor allem durch die Aufnahme dort ausgesparter Themen und den Versuch eine über die Tagespolitik hinausgehende Vision zu begründen. Beschlossen wurde das Programm von den 519 Delegierten mit überwältigender Mehrheit bei nur 4 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen. Der Beschlusslage der Linkspartei entsprechend wird vor dem Inkrafttreten des Programms noch ein Mitgliederentscheid darüber durchgeführt. Mit einer breiten Zustimmung darf allerdings gerechnet werden.

http://nt2.3sinus.com/srv1/l.cfm?id=kmitzbaccskjruj

Finanzkrise: Rating-Agenturen bedrohen Europa

Die Diktatur der Finanzmärkte verschärft sich immer weiter. Jetzt hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's auch Deutschland mit dem Entzug der besten Bonitätsnote "AAA" gedroht, was höhere Zinsen auf Kredite zur Folge hätte. Die Vorsitzende der LINKEN, Gesine Lötzsch, kritisierte, die Politik sei offensichtlich nicht willens, die Ratingagenturen trotz ihrer fehlenden Unabhängigkeit und nachweislich falschen Bewertungen zu entmachten. Der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag, Gregor Gysi, beschreibt in einem Artikel für die "Clara", dass die Demokratie den Finanzmärkten als Störfaktor gilt, diese deshalb gegen die Demokratie putschen. Auch die jüngsten Vorschläge von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem franzörischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zur Überwindung der Euro-Krise sind ein weiterer Anschlag auf Demokratie und Sozialstaat in Europa. DIE LINKE fordert stattdessen einen grundlegenden Kurswechsel. "Über eine öffentliche europäische Bank sollen die Eurostaaten zinsgünstige Kredite bei der EZB erhalten", erklärte die stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende der LINKEN Sahra Wagenknecht. "Gleichzeitig sind die Staatsschulden durch eine Beteiligung von Banken und privaten Gläubigern sowie durch eine europaweite Vermögensabgabe für Millionäre drastisch zu senken."

Bundesregierung will gute Pflege vom Geldbeutel abhängig machen

Mit den von der Bundesregierung beschlossenen Eckpunkte für die Pflege droht jetzt auch in der Pflegeversicherung der Einstieg in die private kapitalgedeckte Vorsorge à la Riester-Rente. Die angekündigte steuerliche Förderung der privaten Vorsorge bringt nichts für die Lösung der anstehenden Probleme. Sie wäre vor allem eine weitere Subvention für private Versicherungen. "Mit dieser Reform wird Pflege noch abhängiger vom Geldbeutel der Menschen, gedient ist allein der Versicherungswirtschaft, und die Menschen bleiben auf der Strecke", erklärte die pflegepolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag Kathrin Senger-Schäfer. DIE LINKE fordert, die Pflegeversicherung zu einer Bürgerversicherung für alle weiterzuentwickeln und so die Finanzierungsbasis für eine qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung zu schaffen.

Leserkommentar - Wulff und kein Ende:

Die zwischenzeitliche Zinssatz von 0,9% Zinsen für den "Geldmarktkredit" der BW-Bank, den Wulffs Anwälte dummerweise bestätigt haben, ist klarerweise ein Geschenk des baden-württembergischen Steuerzahlers an den Bundespräsidenten. Der 3-Monats-Euribor ist als einziger Zinssatz in der historischen Betrachtung der letzten Jahrzehnte unter die 0,9% "getaucht", nämlich auf 0,65%, der 6-Monats-Euribor war im Minimum bei 0,95%, der 12-Monats-Euribor im Minimum bei 1,2%. Also hat die BW-Bank 25 B(asis)P(unkte) entsprechend 0,25% oder weniger am Wulff-Darlehen "verdient". Unter 0,7% Verdienstspanne an einem Kredit wird in der Regel keine Bank tätig, insofern ist die Vorteilsgewährung und Vorteilsnahme amtlich belegt. Ohne entsprechende Sicherheiten gibt es ein Geldmarktdarlehen ohnehin nicht. Wer allerdings ein Depot von 10 bis 20 Millionen bei einer Bank unterhält gehört zu der Klientel, die von der Bank solche Konditionen eingeräumt bekommt. Bei Wulff dürfen wir uns sicher sein, dass er kein Depot in dieser Größenordnung besitzt und somit per Definition nicht zum "erlauchten Kundenkreis" einer in Hannover auch gar nicht ortsansässigen Bank gehören kann. Schlaumeier werden sagen, der Eonia-Zinssatz von im Minimum 0,3% hätte angewendet werden können zur Zinsberechnung, dann wären die 0,9% eventuell noch ok. Zum EONIA Satz leihen sich aber nur Banken untereinander über Nacht (Euro OverNight Index Average), d.h. für einen Tag, gegenseitig Geld (was derzeit nicht geschieht, siehe Einlagen von 450 Mrd. bei der EZB). Der Privatmann Wulff ist aber definitiv keine Bank. Interessant ist auch, dass Wulff jetzt im Dezember 2011 zum Januar 2012 schon wieder umgeschuldet hat auf 3,62% effektiv für 15 Jahre, Kritik und Nachfragen veranlassen ihn also offensichtlich dazu, von zweifelhaften Finanzierungsmodalitäten Abstand zu nehmen. Auch für 15 Jahre Bindung mit 1% Tilgung und 100% Beleihung des Objekts sind 3,62% "grenzwertig" gut. Aber wie in einem der Leserkommentare geschrieben, stoßen in der Parteiendemokratur wohl diejenigen Kandidaten an eine "gläserne Karrieredecke", die offerierte "Vergünstigungen" nicht annehmen. Die nicht Korrumpierbaren sind eine Gefahr für bezahlende Lobbys und die Parteien selbst, weil man im Fall des Falles nichts gegen sie in der Hand hat, um sie schnell wieder loswerden zu können. Will heißen, nur ein Polit-Funktionär, der Leichen im Keller hat, von denen die Partei-Granden wissen, kann ein "zuverlässiger", weil "formbarer" bzw. beeinflussbarere Mandatsträger sein. Und nach dem Motto "Cui bono" sollte man sich auch beim dicken Erzengel nicht wundern, warum der das Thema Wulff wieder "runterkochen" will. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass unsere Politprominenz unter dem Mantel des nur für bestimmte Kreise geltenden "Bankgeheimnisses" alle "Sonderkonditionen" bei ihren Darlehen haben.

Wulff ist da nur die Spitze des Eisberges, die jetzt von bestimmten Medien "über die Wasseroberfläche gehoben wurde". Die Politprominenz ist halt etwas gleicher als gleich, wenn es um angeblich "verhandelbare Vergünstigungen" wie Kredite geht. Auch die Opposition wehrt sich aus verständlichen Gründen jetzt dagegen, dass der sonst so virtuos genutzte Neidreflex in der Bevölkerung jetzt dazu genutzt wird, die finanziellen und steuerlichen Verhältnisse der Politikerkaste ins gleißende Licht der Öffentlichkeit zerren zu lassen. So will man den Wulff nun auch nicht beschädigen, dass man am Ende noch seine Steuererklärung sowie Einkommens- bzw. Vermögensverhältnisse für jeden einsehbar im Internet veröffentlicht haben möchte, da stehe Bank- und Steuergeheimnis davor ! Irgendwo ist man als Politiker ja auch Privatperson, wenn es darum geht, seine Kontakte bzw. sein Netzwerk zum eigenen Vorteil nutzen zu können, wozu macht man sonst den Job ?

Irgendwie sind das tragikomische Figuren. Mit ihrem hohen Amt holen sie sich ein paar kleine Zugeständnisse heraus. FJ Strauß hat anders zugelangt.

[18:45] Leserkommentar - Wulff und noch kein Ende:

Die „Schützenhilfe“ vom falschen Erzengel Gabriel kommt eher aus „einer anderen Ecke“ … Er war von 1999-2003 Ministerpräsident des Landes NIEDERSACHSEN … Ein Schelm, wer Böses denkt … Ja, Gabriel hat Angst davor, dass in Hannover einmal generell genauer nachgeschaut wird. Was könnte man über ihn finden?

Jetzt Pfändungsschutzkonto einrichten

Ab 1. Januar 2012 fällt der bisherige, 14-tägige gesetzliche Pfändungsschutz von Sozialleistungen weg. Wer damit rechnen muss, dass Einkommen, Renten oder Sozialleistungen gepfändet werden, sollten daher noch im Dezember bei seiner Bank das Girokonto in ein Pfändungskonto, das sogenannte P-Konto, umwandeln lassen. Durch eine Umwandlung wird automatisch der Grundfreibetrag von 1028,89 € geschützt. Der persönliche Freibetrag kann unter Umständen auch höher ausfallen. Etwa, wenn auf ein Konto für mehrere Personen Leistungen aus der Grundsicherung oder andere Transferleistungen eingehen. P-Konten sind reine Guthabenkonten. Bei einer Pfändung können Schuldner über den Grundfreibetrag und mögliche weitere Freibeträge frei verfügen. Mehr Tipps zum P-Konto bietet die Verbraucherzentrale Hessen kostenfrei unter: www.verbraucher.de / Geld.

aus metall vom Dez 2011

Faschismus und Terrorismus

Während die Regierung angesichts der Mordserie der Neonazis den „tiefen Vertrauensverlust“ in den Verfassungsschutz beklagt, kritisieren viele Linke, dass der Staatsapparat „auf einem Auge blind“ sei. Dabei ist der Terrorismus Wesensmerkmal des Nationalsozialismus bzw. Faschismus.Angesichts immer neuer Details über das „Versagen“ von Polizei, Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst im Fall der Morde der Neonazis, kommt die Bundesregierung mit den üblichen Vorschlägen: eine Zentraldatei Rechtsextremismus schaffen, die Arbeit der Verfolgungsbehörden zu verbessern, ein Verbot der NPD überprüfen. Der staatliche Repressionsapparat soll zentralisiert und effektiviert werden.

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Die Stille davor

Die ganze Welt wartet auf die Katastrophe. Noch wirkt das Ganze wie ein Dominostein, der in Zeitlupe fällt; die Bewegung kann genau betrachtet werden, aber nicht aufgehalten. In den letzten Wochen entwickelte sich ein institutioneller Bank Run. Nicht Massen standen auf den Straßen, um ihre Einlagen zu retten; aber Siemens, Lloyds und chinesische Staatsbanken zogen Milliarden aus den europäischen Banken ab, zuvorderst aus den angeschlagenen großen drei in Frankreich, BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole.

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Weltweit gegen die Todesstrafe kämpfen

"Der Kampf gegen die Todesstrafe ist nicht mit mir verloren oder gewonnen (...). Wir werden gewinnen, wenn ihr nie aufhört, für Gerechtigkeit zu kämpfen." Das sind die Worte von Troy Davis, wenige Stunden vor seiner Hinrichtung in der vergangenen Nacht. Er wurde getötet für ein Verbrechen, das er vielleicht nie begangen hat. Der Direktor von Amnesty USA hatte zuvor noch mit ihm telefoniert. Troy hat seine Dankbarkeit für all die Unterstützung ausgedrückt. Er habe immer Vertrauen in unsere Bewegung gehabt und es sei wichtig, dass alle, die sich gegen die Todesstrafe einsetzen, niemals die Zuversicht verlieren.

http://nt2.3sinus.com/srv1/l.cfm?id=nxuocjlqaxysmuc

Christen und LINK- sein ein Widerspruch?

Brisante Studie in den USA

Werden Christen bei häufigem Bibellesen zu «Linken»?

Häufiges Bibellesen ist für die rechtskonservativen Christen offenbar «gefährlich», denn sie werden zu «Linken». Diese Schlussfolgerung lässt eine umfangreiche Religionsstudie in Nordamerika zu. Laut den Verfassern der Studie lese die Mehrheit der Christen jedoch nicht häufig in der Bibel.

Je öfter jemand in den USA die Bibel lese, desto wahrscheinlicher sei es, dass diese Person sich dem Rechtkonservativismus widersetze, Wissenschaft und Religion als vereinbar betrachtete und Initiativen zur sozialen Gerechtigkeit unterstütze. Dies die Ergebnisse einer umfangreichen Religionsumfrage in Nordamerika «»(Baylor Religion Survey). Kirchgang und Kirchenzugehörigkeit in den USA korrespondierten mit konservativen politischen Positionen, wie die Ergebnisse der umfangreichsten Religionsumfrage in Nordamerika, des «Baylor Religion Survey», zeigten. «Christianity Today» hat die Ergebnisse der Studie genauer analysiert: Häufiges Bibellesen könne laut Analyse der Religionsumfrage dazu führen, dass man vermehrt zu liberalen oder linken politischen Auffassungen tendiere. Im Gegensatz zu einigen anderen religiösen Praktiken habe das häufige Bibellesen das Potential liberaler zu machen oder die Leser für linke politische Positionen zu öffnen. Dies sei auch dann der Fall, so das Magazin «Christianity Today», wenn man Faktoren wie politische Überzeugung, Bildungsstand, Einkommen, Geschlecht, Rasse und religiöse Einbindung oder die eigenen Ansichten über Bibelauslegung in Betracht ziehe. Weniger als ein Viertel sind regelmässige Bibelleser. Gemäss dem Magazin werde die Fragestellung noch interessanter, wenn man sich vergegenwärtige, wer am ehesten die Bibel lese. Es seien Evangelikale und Gläubige, die ein wörtliches Bibelverständnis hätten und eher zu konservativen oder politisch rechten Ansichten neigten. Wenn man Verfassern der Studie glauben kann, dann ist das «Risiko» (noch) nicht allzu gross, dass die Christen zu Linken werden. Laut den Forschern sei das tägliche oder wöchentliche Bibellesen nicht so verbreitet, wie viele denken. Weniger als ein Viertel der befragten Christen sagte, sie würden die Bibel wöchentlich oder häufiger lesen.
Zum Thema:

«»Wall Street-Proteste in den USA: Linke Evangelikale auf dem Vormarsch

15. Oktober: Weltweite Proteste gegen die Diktatur der Finanzmärkte

Am 15. Oktober demonstrierten weltweit hundertausende Menschen gegen die Diktatur der Finanzmärkte und für mehr Demokratie. Vielerorts waren auch Mitglieder der LINKEN aktiv an den Protesten beteiligt. In Berlin unterbrach der Parteivorstand der LINKEN seine Sitzung und nahm an der Protestkundgebung am Neptunbrunnen teil. Zuvor hatte er bereits in einer Erklärung seine Solidarität mit den Protesten zum Ausdruck gebracht. DIE LINKE fordert einen Schutzschirm für Löhne, Renten und Sozialleistungen statt immer neue Rettungspakete für die Banken. Die Profiteure des Finanzmarktcasinos sollen zur Kasse gebeten und die Staaten endlich aus der Geiselhaft der Finanzmärkte befreit werden. Gemeinsam mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern und Organisationen wird sich DIE LINKE auch in den kommenden Wochen und Monaten dafür stark machen und entsprechende Proteste wo immer möglich weiter unterstützen. Aktuelle Informationen, Berichte und Bilder gibt es ab sofort auch auf der Aktionsseite der LINKEN zum Thema Euro-Krise: www.die-linke.de/euro-krise

Die Krise ist auch eine Gelegenheit

Das internationale Finanzsystem bricht rettungslos zusammen und zieht die Welt in eine schwere ökonomische und soziale Krise. Der Paulson/Bush Plan rettet die großen Bankbesitzer und Spekulanten, vertieft die Wurzeln des Problems und wird das Leben der schon bis zum Kragen verschuldeten und der größten Schutzlosigkeit ausgelieferten US-Bevölkerung noch erbärmlicher machen. Unter den Ursachen des Debakels werden kaum die Raubkriege im Irak und in Afghanistan, die Kriegskosten und der hemmungslose Konsumismus erwähnt, die, wie wir in diesem Medium wiederholten, die Ökonomie der  USA zugrunde richten werden. Am Ausgang ist zweifellos die Auswirkung des Immobilien Megabetrugs, aber aus der Perspektive gesehen, war es nicht mehr als sein Zünder, denn das Phänomen wird schon lange ausgebrütet, seit Richard Nixon, angesichts der unerträglichen Kosten der Aggression in Vietnam, den Dollar von der  Goldwährung losband und den Hahn für die Überschwemmung des Planeten mit dem Schrottdollar aufdrehte, der ihre eigene Wirtschaft jetzt ersäufte.

http://nt2.3sinus.com/srv1/l.cfm?id=gjqihyhrgnanqwq

Papst lässt die Katze aus dem Sack

Sozusagen auf den letzten Drücker, ganz knapp vor seinem Rückflug, hat der Papst die Lunte an eine Sprengladung gelegt, die erst mit etwas Verzögerung zündet. Er fordert von den deutschen Katholiken den Verzicht auf Privilegien, um wieder zum wahren Glauben und dessen überzeugender Verkündung zurückzufinden. Nun ist die Katze aus dem Sack, offiziell bestätigt durch das Presseamt des Heiligen Stuhls. Der Papst fordert die Entweltlichung der Kirche. Ein neuer Begriff, den viele Menschen in Deutschland bejubeln, andere aber in tiefe Verwirrung stürzt. "Jeder Christ und die Gemeinschaft der Gläubigen sind zur stetigen Änderung aufgerufen", so das Oberhaupt einer Kirche, die sich gerade in Deutschland in satten und "selbstgenügsamen" Pfründen und Privilegien eingerichtet hat. "Um ihre Sendung zu verwirklichen,..., hat sie sich gewissermaßen zu "entweltlichen". In seiner ihm eigenen Wortakrobatik sagt der Papst, was er schon lange meint, dass nämlich die Kirche "Organisation und Institutionalisierung größeres Gewicht als ihrer Berufung zur Offenheit" gibt. Und dann ein völlig neuer Ton, bei dem so manchem Kirchenoberen in unserem Land das Trommelfell geplatzt sein muss: "Die Geschichte kommt der Kirche in gewisser Weise durch die verschiedenen Epochen der Säkularisierung zur Hilfe, die zu ihrer Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen haben." Säkularisierung als Heilmittel für die Kirche! "Die Säkularisierungen - sei es die Enteignung von Kirchengütern, sei es die Streichung von Privilegien oder Ähnliches - bedeuteten nämlich jedes Mal eine tiefgreifende Entweltlichung der Kirche, die sich ja dabei gleichsam ihres weltlichen Reichtums entblößte und wieder ganz ihre weltliche Armut annahm." Er fordert eine Armut, "die sich zur Welt geöffnet hat, um sich von ihren materiellen Bindungen zu lösen, und so wurde auch ihr missionarisches Handeln wieder glaubhaft." Der historische Bezug ist brand-aktuell.

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Chávez, Evo und Obama

Ich unterbreche kurz jene Aufgaben, die meine Zeit in diesen Tagen vollkommen in Anspruch nehmen, um jener einzigartigen Möglichkeit einige Worte zu widmen, die die sechsundsechzigste Sitzungsperiode der Vollversammlung der Vereinten Nationen der Politikwissenschaft bieten.

Das jährliche Ereignis fordert eine ganz singuläre Anstrengung von denjenigen, die die höchste politische Verantwortung in vielen Ländern übernehmen. Für diese stellt es eine harte Probe dar. Für die Liebhaber dieser Kunst, deren Zahl nicht gering ist, da es alle als eine lebenswichtige Frage betrifft, ist es schwierig, sich der Versuchung zu entziehen, das unendliche aber lehrreiche Schauspiel zu verfolgen.

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SPD will Berlin lieber mit der CDU regieren

Offenbar bewusst und geplant hat die SPD unter Führung von Klaus Wowereit die rot-grünen Koalitionsverhandlungen in Berlin scheitern lassen. Die Begründung, es sei keine Einigung zum Weiterbau der Stadtautobahn 100 möglich geworden, ist allzu fadenscheinig. Berlin hat nämlich mehr und größere Probleme als 3,4 weitere Autobahnkilometer. Nicht zuletzt wäre hier der von rot-rot in den vergangenen Jahren ruinierte Nahverkehr zu nennen. Wenn schon Millionen für die Verkehrpolitik, dann doch bitte in die S-Bahn, die Millionen BerlinerInnen nutzen, investieren, oder? Diese und weitere brennende Probleme der Metropole zu nennen seien hier z.B. die Rekommunalisierung des Berliner Wassers und die Erhaltung preiswerten Wohnraums, bleiben nun ganz sicher liegen. In einer Koalition mit der CDU wird zwar die A100 bestimmt gebaut, Soziales, Wohnungsbau und Öffentlicher Nahverkehr werden dafür weiter  ausbluten. Auch mehr Demokratie und Transparenz rücken in weite Ferne.

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Stadtverwaltung und Abgeordnete torpedieren Konzert gegen Rechts

Heilbronn 20.10.2011. In Beilstein versucht die Stadtverwaltung, der Bürgermeister und einige Abgeordnete der CDU und der Freien Wähler Jugendlichen daran zu hindern, politisch aktiv zu werden. Die 14-17jährigen Jugendlichen wollten ihre Treffen im Jugendhaus Beilstein abhalten und planten ein Konzert gegen Rechts. Mit fadenscheinigen Gründen wurde das Jugendhaus unter Druck gesetzt und die Jugendlichen des Hauses verwiesen. Einen unglaublicher Vorgang von Demokratie- und Jugendfeindlichkeit spielt sich gerade in der Gemeinde Beilstein ab: ein Gruppe von Jugendlichen wollten sich im städtischen Jugendhaus treffen, um gemeinsam Konzerte zu veranstalten und um aktiv zu werden gegen Neonazis. Statt das politische und kulturelle Engagement der Jugendlichen zu fördern, fiel der Stadtverwaltung und den betagten Abgeordneten von CDU und FW nichts besseres ein, als ein geplantes Konzert gegen Neonazis im Jugendhaus Beilstein zu verbieten und den Versuch junger Menschen politisch aktiv zu werden zu torpedieren. Die Politiker und ihre Lakaien in der Stadtverwaltung argumentieren damit, dass eine eingeladene Band angeblich radikal eingestellt und ihre Musik auf linksradikalen Seiten zu finden sei. Für Verwaltung und Stadträte ist also der Einsatz gegen Neonazis ein Fall von Radikalismus? Ist die Band "Die Ärzte" etwa auch linksradikal und gehört boykottiert, weil sie auf angeblich "linksradikalen" Websites erscheint? Bei soviel politischer und kultureller Zurückgebliebenheit muss man sich tatsächlich fragen, wie es diese Personen überhaupt in den Stadtrat geschafft haben. Die Dorfpolitiker gingen sogar soweit, dass sie dem Jugendhaus und den Jugendlichen drohten, den Pachtvertrag zu kündigen. Da fragt man sich doch wirklich, in welchem Jahrhundert diese Menschen stehen geblieben sind. Entgegen der Behauptung des FW-Abgeordneten Thomas Janotta, die Verantwortlichen im Jugendhaus hätten sich durch die politisch aktive Jugend überrumpelt gefühlt, sah das bei der besagten Sitzung ganz anders aus. Im Gegenteil wurde sogar die Gründung einer derartigen Gruppe positiv aufgenommen. Zahlreiche Jugendliche aus dem Haus machten bei der Sitzung mit und waren interessiert daran. Jedenfalls hat wohl für den Bürgermeister Günter Henzler (FW) und seinen Anhang im Stadtrat eine Jugendhaus-Verwaltung gehorsam zu sein und den politischen Vorstellungen der sie regierenden zu folgen. Eigenes Denken, politische Initiative, alternative Kultur sind unerwünscht und wenn es mal jemand versucht, wird mit Schließung des Jugendhauses gedroht. Das Kommunalpolitiker derart ihre Demokratiefeindlichkeit und ihre Missachtung gegenüber politischem Engagement zur Schau stellen, ist selten. In den meisten Jugendhäusern und Jugendzentren ist es normal, dass Jugendliche sich selbst organisieren - ohne das ihnen die Erwachsenen und konservativen Politiker vorschreiben was sie zu tun haben. Wir rufen alle Demokratinnen und Demokraten dazu auf, gegen die Entscheidung der Stadtverwaltung und der Lokalpolitiker zu protestieren. Jugendbewegungen und politisches Engagement dürfen nicht vom Kleingeist alteingesessener Polit-Schwätzer torpediert werden. Schicken Sie E-Mails an das Bürgermeisteramt und die Stadtverwaltung. Machen Sie sich stark für eine lebendige und demokratische Kultur, auch in der württembergischen Provinz.

Oh .... mahaahn ....... , Oettinger!

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Günther Oettinger: „Westlich von Pariss gibt es nur noch Kühe und Atlantik"

Nun mal ehrlich, jenseits aller parteipolitischen Präferenzen: Vermissen wir ihn nicht alle ein wenig? Ihn, einen der größten Humoristen auf einem deutschen Ministerpräsidentensessel der letzten Jahrzehnte? Ihn, der mit so traumwandlerischer Sicherheit und Lust auch nicht das kleinste Fettnäpfchen verfehlte, das seinen Weg säumte? Ihn, dessen rhetorische Pausen zwischen verbalen MG-Salven fast noch rätselhafter waren als seine betonartige Frisur? In den letzten Wochen erfreute uns unser einstiger Landesvater und jetziger EU-Energiekommissar Günther Oettinger so oft wie schon lange nicht mehr mit Bonmots. Und einmal mehr wurde klar: Diesem Mann geht es doch nicht um Pjetitessen,wie Sachpolitik. Sondern um Unterhaltung. Da ist er gut. Jedenfalls hat Oettinger, dieser Eindruck drängt sich auf, zu Fachkompetenz bei Politikern eine ähnliche Haltung wie Friedrich Torbergs „Tante Jolesch" zur Schönheit bei Männern: „Was ein Mann schöner ist wie ein Äff, ist Luxus."Grandios etwa der Einfall, gerade mal acht Monate nach Fukushima und drei Wochen, nachdem ein Stresstest gravierende Sicherheitsmängel bei allen französischen Kernkraftwerken enthüllt hatte, eine Atom-Offensive zu starten und in einem Grundsatzpapier bis zu 40 neue AKWs in den nächsten 20 Jahren zu empfehlen. Geradezu dadaistisch ein Satz des Papiers, den die Süddeutsche Zeitung zitiert „Eine neue Generation der Atomtechnik könnte helfen, die Abfall- und Sicherheitsbedenken zu adressieren". Was das genau heißen soll? Ist ja auch wurscht - „Lachen und fröhlich sein" ist Oettingers Devise, die er im Februar 2010 beim Stuttgart-21-Baustart auch den Spaßbremsen der Protestbewegung empfahl. Für mehr Unverkrampftheit im Zusammenhang mit dem wahnwitzig teuren Bahnprojekt warb Oettinger auch, als ihm im November ZDF-Journalisten mit der Frage auf die Pelle rückten, ob er denn nicht gewusst habe, dass in seiner Regierungszeit das Verkehrsministerium in einem Schreiben schon Projektkosten von bis zu 6,4 Milliarden für möglich hielt? Und was es denn mit der Notiz auf sich habe, „auf Wunsch des Ex-MP soll derzeit von (...) einer neuen Kostenberechnung abgesehen werden"? „Was soll denn ihr scharfer Ton?", hatte der Ex-MP dafür nur übrig, „reden Sie doch gelassen!". Doch in unerreichbarer Form zeigte er sich zweifellos am 20. November, als er mit Boris Palmer im Audimax der Freiburger Uhi anlässlich der Volksabstimmung diskutierte. Stimme ja gar nicht, ärgerte sich Oettinger, dass alle großen Bahnhöfe Kopfbahnhöfe seien. Karlsruhe und „Strasbuur" zum Beispiel nicht. Danniam er zu Paris, vielmehr, „Pariss": „Es stimmt, Pariss ist ein Kopfbahnhof, Gare de l'Est",-hob Oettinger an. „Warum? Weil es westlich von Pariss keine Menschen mehr gibt, sondern nur noch Kühe und Atlantik." Nun könnte man pedantisch einwenden, dass Paris oder auch Pariss doch ganze sechs Kopfbahnhöfe habe, dass von zweien jener sechs, dem Gare Saint-Lazare und dem Gare Montpar-nasse, Züge Richtung Westen fahren, pro Tag knapp 450.000 Reisende abfertigend - vermutlich alles Kuhhirten. Nervende Besserwisserei ist das nur. Von Oettingers Humor angesteckt war auch ein großer europäischer Autovermieter: Er verwendete den Mitschnitt der Podiumsdiskussion für einen Werbespot, in dem er im An-schluss an Oettingers sozio-geografi-sehe Erörterungen potentiellen Künden empfahl: „Besuchen Sie Orte, die selbst der EU-Kommissar nicht kennt: Zum Beispiel die Bretagne." Ob unser ehemaliger MP dafür Tantiemen kassiert? Wundern würde es uns nicht.

taz vom 21.12.2012 / von Oliver Stenzel / Bild: Michael Bamberger

Der NEONAZI VERFASSUNGSSCHUTZ Thüringen schützte seine Terroristen

Vermutung wird langsam zur Gewissheit. Die zunehmende Skandale um die NAZI-Terrorgruppe nimmt kein Ende. Bis in die hohen Politikerämter reicht der braune Sumpf. Dort verstecken sich die Mittäter und Mitwisser die auch die Tötung der Gruppe angeordnet haben wird. Beate Zschäpe wird schweigen, schweigen weil ihr Leben an einem seidenen Faden hängt. Schwer wiegt die Drohung aus Hessen, Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg! Warum ausgerechnet diese Bundesländer? Weil sie es waren die versucht hatten, die Antinazi-Symbole zu verbieten .... und das macht diese Bundesländer so verdächtig!

Der Thüringer Geheimdienst hat noch mehr verbockt

rechtsextreme V-Mann des Verfassungsschutzes soll mit untergetauchtem Terroristen telefoniert haben

HAMBURG/BERLIN afp/taz \ Ein früher als V-Mann für den Thüringer Verfassungsschutz tätiger Rechtsextremist soll 1999 persönlich mit einem Mitglied des untergetauchten Zwickauer Neonazi-Trios telefoniert haben. Der Rechtsterrorist Uwe Böhnhardt habe den V-Mann Tino Brandt alias „Otto" am 8. März 1999 um Hilfe gebeten, berichtete der Spiegel unter Berufung auf ein geheimes Gesprächsprotokoll des V-Manns. Dieser habe dem Verfassungsschutz aber erst „mit zeitlicher Verzögerung" von dem Gespräch mit dem damals schon gesuchten Böhnhardt berichtet. Das Telefon des V-Manns abzuhören, hatte der Geheimdienst offenbar nicht für nötig erachtet. 2001 wurde Brandt enttarnt. Vor einigen Tagen war bereits bekannt geworden, dass der Thüringer Verfassungsschutz dem untergetauchten Trio 1998 oder 1999 über Kontakt- und Mittelsleute Geld für neue Pässe zukommen lassen wollte. Das Angebot sollte nach Angaben der Behörde ein Köder sein, um Hinweise auf Aufenthaltsort und Tarnnamen der gesuchten Verdächtigen zu erhalten. Der Plan sei aber gescheitert, weil ein Mittelsmann das Geld behalten habe - wiederum Tino Brandt. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung werden zudem die Ermittlungen gegen das Zwickauer Neonazi-Trio heute dadurch   erschwert, dass     Beweis-k mittel      aus dem 1998 gegen die drei eingeleiteten Ermittlungsverfahren vernichtet wurden, darunter die im Januar 1998 sichergestellten vier Rohrbomben sowie Abhörbänder von mutmaßlichen Unterstützern von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Die Beweismittel seien nach der in dem Verfahrenem Jahr 2003 eingetretenen Verjährung von den Thüringer Ermittlungsbehörden entsorgt worden. Deshalb kann man womöglich nicht mehr herausfinden, ob für den späteren Nagelbombenanschlag des Trios in Köln 2004 derselbe Sprengstoff verwendet wurde. Das könnte das Verfahren gegen die in U-Haft sitzende Beate Zschäpe erschweren, hieß es. Das Neonazi-Trio wird für zehn Morde verantwortlich gemacht, es agierte im Untergrund und bezeichnete sich selbst als „Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU).

taz vom 24.12.2012